Halle

Saisonstart auf dem Hollandrad

Am Schlussanstieg mit dem Damenrad abgekocht: Ja, ich sehe es ein, das ist nicht die feine Art.

Vorrede

Ich bin eigentlich gut durch den Winter gekommen doch leider hat es mir im Januar mal wieder die Schulter rausgehauen. Dieses Mal so verhakt, so dass sie unter Narkose wieder eingerenkt werden musste. Also entschloss ich mich zu dem, was ich bislang zu verhindern versuchte: Eine Schulter-OP. „Da war viel kaputt – ich habe aber alles repariert“ waren die Worte mit denen ich nach der OP begrüßt wurde. Es folgten 6 Wochen Stillehalten, wenn alle anderen dabei sind, sich auf die Saison vorzubereiten. Gut, ein bisschen auf der Rolle und nach ein paar Wochen dann „lockeres Traben“, wurde mir erlaubt. Allerdings hat das tatsächlich vier Wochen lang weh getan, so dass einem die Lust am Training auch ein wenig vergehen kann. Dann aber nach 6 Wochen – genau drei Tage vor dem ersten Duathlon die Freigabe: Ich darf wieder richtig Sport machen. Was also tun? Lust auf Wettkampf war da, aber stellt man sich ohne vernünftiges Training mit einem ziemlich steifen Arm bei einem Windschattenrennen an den Start? Eher nicht. Continue reading

Ein Sieg! Juhu ein Sieg!

Vor etlichen Wochen kam Steffen mit der Idee, mal irgendwo als Staffel zu starten, wo wir beide als passabler Radfahrer bzw. Läufer uns noch einen richtig guten Schwimmer suchen und dann aber jeder in seiner schwächsten Disziplin startet. Einfach so. Nach einigem Fragen und Überlegen war es dann Marta. Und kurz darauf fragte mich Steffen, ob wir nicht lieber zwei Staffeln machen wollen, wenn wir schonmal da sind. Einmal Marta, Grammi, Steffen und einmal Steffen, Marta, Grammi. Kurz drüber nachgedacht – klar das funktioniert – bin dabei! Continue reading

Mit Tunnelblick am Hinterrad

Halle-Triathlon, 18. Mai 2013

Ich hatte mich im Kopf schon auf ein Regenrennen eingestellt, über Luftdruck und Wettkampfklamotten nachgedacht, da änderte sich die Prognose. Schon auf der Fahrt nach Halle hörte der Regen auf. Und tatsächlich – als wir uns zum Warmfahren fertigmachten, riss der Himmel auf und machte Platz für schönstes Triathlonwetter. Der See überrascht mich immer wieder und so war er für Mitte Mai überraschend warm. Continue reading

Tabellenführung!

Zerlegt hat er mich auf dem Rad: Tiger hatte eindeutig die besseren Beine.

Halle-Triathlon

Samstag, 19. Mai 2012

Der Plan war klar: Da das Rennen nicht zu gewinnen sein würde – aufgrund des hochkarätigen Starterfeldes – wollten wir uns auf die 20 Punkte konzentrieren. Das ist bei unserer Konstellation im Team ohnehin die beste Variante, nur dass ich dabei immer auf dem Rad verausgabe und Tempo für die anderen mache und dann aus der Wertung falle. Zumindest war das das die letzten Jahre so. Und so sollte es werden: Tiger als bester Schwimmer fährt schonmal vor, Thomas und Ulf versuchen gut hinterherzukommen und ich als langsamster Schwimmer und bester Radfahrer fahre die beiden dann zu Tiger hin und dann geht die Post ab. Soweit der Plan …

750 m Schwimmen (+200 m)

Der MTC-Schwimmcup lag Monate zurück, den Neo so aus dem Schrank genommen, wie ich ihn nach dem Teamtri reingehängt hatte. Also keine Ahnung, wie ich drauf bin. Die letzten Schwimmtrainings waren nicht so vielversprechend, als dass ich mich in die Mitte hätte stellen sollen. Also schön einen Platz ganz links gesucht, um dem Gedränge zu entgehen und los.

Das ging ganz gut, Wasser war auch nicht so kalt und ich kam ins Rennen, ohne gleich zu überziehen. Nach ein paar hundert Metern sah ich Franzi neben mir. Bevor ich mir überlegen konnte, ob ich zu schnell war oder sie den Start verpasst hatte, war sie auch schon wieder weg und ich bemerkte, dass ich überhaupt keinen Bekannten in meiner Nähe sah. Noch dämlicher war, dass ich vergessen hatte, mir die Badekappen meiner Leute oder zumindest die von Mike zu merken. Na den würde ich an der Brille erkennen, dachte ich mir, und irgendwie begegnen wir uns ja unterwegs immer. Aber er war am Montag beim Training die 100 m so schnell geschwommen, dass ich auch ihn nicht in meiner Nähe erwartete. So schwamm ich zwar hochkonzentriert aber orientierungslos, was meine eigene Position anging, dahin und sah mal nach vorn, mal zur Seite und erkannte absolut niemanden. Sehr angenehm war, dass es sich recht bald auseinanderzog und vor mir eine Gruppe war. Da wollte ich mich reinhängen aber ich schwamm sofort auf und knallte einem auf die Füße. Hm. Ich ging rechts vorbei. Die Boje kam ewig nicht. Naja, auf so einer Regattastrecke kann man nicht viel verkehrt machen, dachte ich mir. Da hatte ich in den letzten Jahren sogar Bojen gesehen, wo die Meter draufstanden. Und irgendwie fühlte ich mich auch gut im Wasser und wollte gar nicht, dass es vorbeigeht. An der Wendeboje kamen zwei Schwimmer von links näher, die geeignet schienen, sich reinzuhängen. „Leider“ schwamm ich innen vorbei. Vor mir eine Gruppe, die jedoch irgendwie zu weit weg schien, um „mal schnell“ hinzuschwimmen. Also konzentrierte ich mich auf Technik und Wasserlage und versuchte sie so einzuholen. Das klappte zwar nicht, hielt aber das Tempo hoch. Der Ausstieg nahte und ich war gespannt, ob ich in der Gruppe jemanden erkennen würde. Ich schwamm fast nur noch mit dem Kopf über Wassser und – JA – ein gelber Einteiler! Fritze! Sehr gut! Die anderen erkannte ich nicht, sie waren den Berg ja schon fast hoch, als ich ausstieg. Wo war Ulf?

Wechsel

Ich hatte Conrad beim Einfahren wieder tausend Schlaumeiertipps gegeben, wie man in Halle schnellstmöglich vom Wasser aufs Rad kommt, da hier nun wirklich jede Sekunde zählt. Ich konzentrierte mich also extrem, meine eigenen Ratschläge zu befolgen. Das Rad stand ganz vorn, fast an der Zeitnahme, so dass ich mir beim Durchlaufen des Wechselgartens einen guten Überblick verschaffen konnte. Als ich den Gang entlanglief, fuhr Tiger gerade los. Ok, das sollte zu machen sein. Fritze war auch schon an seinem Platz und würde sicher ein paar Sekunden vor mir aufs Rad steigen. Perfekt. Wo war Ulf? Mein Neo hakte am Transponder. Ruhig bleiben, rumfriemeln. Der Rest klappte perfekt – Rad schnappen, Blick rüber zu Fritze und … er stand noch. Ich rief ihm rüber, dass er JETZT kommen müsste. Er kam nicht. (Wie ich hinterher erfuhr, ist er in der Hektik, mein Hinterrad nicht zu verpassen, beim Aufsteigen gestürzt …)

Gute 16 km Rad

Und ab die Post. Kurz vor mir schwang sich noch einer aufs Rad. Thorsten! Naja – der kann doch auch fahren, dachte ich mir. Kurz begrüßt, und los. Tiger war schon ein ordentliches Stück weg und fuhr einen guten Strich. Das würde wohl einen Moment dauern, bis wir ihn holen. Thorsten wechselte für meinen Geschmack nicht schnell genug ab in der Führung. Das machte uns nicht gerade schneller. Kurz gemeckert und wir fuhren kürzere Führungen. Nach einer Runde waren wir schon ein gutes Stück näher. Tiger drehte sich hin und wieder um. Wartete er etwa? Nach einer Runde – ich hatte bewusst die Laufräder gewählt, mit denen ich auch Radrennen fahre, damit ich besser um die Kurven komme und das hatte sich offenbar gelohnt. Ohne die Angst, mit meinen Zeitfahrreifen in der Schleife bei Start und Ziel wegzurutschen, war ich offenbar schneller und Thorsten war weg als wir wieder auf der Straße waren. Das war gar nicht meine Absicht gewesen und ich drehte mich um. Der Abstand war aber so groß und er sah auch nicht so aus, also wäre er gleich wieder bei mir, so dass ich mich gegen Warten entschied. Bis zur nächsten Wende also allein. Und am besten nur bis zur nächsten Wende. Also Attacke und Tiger einholen! Das tat weh aber es passte – durch scharfes Anbremsen und eine gelungene Wende war ich genau zum Beschleunigen dran. Aber was machte er? Er beschleunigte so unglaublich, dass er mich fast wieder abhängte. Und er fuhr auch so weiter. Ich blieb erstmal hinten und entschuldigte das für mich damit, dass ich ja schließlich eineinhalb Runden rangefahren war.

Erst nachdem ich Tiger hatte, hatte ich mal wirklich Augen für die Rennsituation. Krass! Außer Fritze waren da Ulf, Matze, Franzi, Mike! Alle hinter mir! Wo waren die denn heute langgeschwommen? Der Rest der Radstrecke ging schnell vorbei. Wir blieben zu zweit und ich blieb hinten. Meist jedenfalls. Tiger hatte sensationelle Beine, ich nicht so. Aber wir waren recht gut unterwegs und konnten den Vorsprung auf die Verfolger halten. Leider holten wir aber keine Gruppe ein und so musste Tiger hinterherrennen, was nicht mehr so viele Plätze brachte, obwohl er schneller als viele vor ihm lief. Ulf war am Ende aus der Verfolgergruppe sogar herausgefallen, ich fragte mich, was mit dem heute los sei. (Ihm war eine Speiche gerissen und das Hinterrad hatte eine solche Acht, dass es sich kaum noch gedreht hat – mit so einem Rad wäre nicht jeder weitergefahren)

4,6 km Laufen

Was würde da noch gehen, nachdem ich auf dem Rad nicht den besten Tag hatte? Egal, erstmal gucken. Als 14. lief ich los und Matze kam ziemlich bald vorbei. Dann Fritze. Die hatte ich sowieso erwartet. Doch so viele wurden es dann gar nicht mehr. Zweie noch zwischendurch, einen hab ich sogar geholt Kurz vor dem Ziel kam Thorsten dann wieder vorbei und noch einer. Insgesamt waren es dann fünf Plätze die ich abgegeben hatte. Sogar Steffen, der mich sonst kurz vor Ziel hier noch holt, kam kurz nach mir ins Ziel (Er ist der 2. Thomas Röver im Ergebnis).

Außerdem haben wir 20 Punkte geholt und ich bin in der Wertung – da bin ich die letzten Jahre in Halle immer rausgeflogen. Na gut, Karsten war nicht da.

Aber es geht gut los, kann ich feststellen. Und Spaß gemacht hat es auch. Bernburg kann kommen. Obwohl ich da ja letztes Jahr nicht so den besten Tag hatte …