Geiseltal

Endlich wieder fit.

Geiseltaltriathlon am 7. Juli 2013.

Der MTC ist zurück an der Spitze und bei mir läuft es wieder rund. Punkt.

Soviel vorweg.

Obwohl ich am Mittwoch beim Uni-Triathlon wieder nicht bis ans Limit gehen konnte und demzufolge am Donnerstag keine schweren Beine hatte, fühlte es sich dennoch so an, dass es am Sonntag zum ersten Mal in dieser Saison gut laufen könnte. Marisa hingegen war nicht ganz so von sich überzeugt, vor ihrem ersten Ligawettkampf seit 2010 und so saßen wir mit gemischten Gefühlen im Auto: Ich voller Erwartung und sie – na sagen wir mal „in sich gekehrt.“

Das Wetter war herrlich: sonnig und doch nicht zu warm. Vielleicht etwas zu wenig Wind für meinen Geschmack – aber die Radstrecke ist ja auch so recht anspruchsvoll. Leider ein wenig verkürzt wegen Bauarbeiten. Continue reading

Die Rückkehr der Yedi-Ritter :-)

Kurze Beine sind nicht gut im knietiefen Wasser: Ich verliere den Anschluss an Peter (schon aus dem Bild gerannt …)

Geiseltaltriathlon

Sonntag, 7. Juli 2013

Der MTC ist zurück an der Spitze und bei mir läuft es wieder rund. Punkt.

Soviel vorweg.

Obwohl ich am Mittwoch beim Uni-Triathlon wieder nicht bis ans Limit gehen konnte und demzufolge am Donnerstag keine schweren Beine hatte, fühlte es sich dennoch so an, dass es am Sonntag zum ersten Mal in dieser Saison gut laufen könnte. Marisa hingegen war nicht ganz so von sich überzeugt, vor ihrem ersten Ligawettkampf seit 2010 und so saßen wir mit gemischten Gefühlen im Auto: Ich voller Erwartung und sie – na sagen wir mal „in sich gekehrt.“

Das Wetter war herrlich: sonnig und doch nicht zu warm. Vielleicht etwas zu wenig Wind für meinen Geschmack – aber die Radstrecke ist ja auch so recht anspruchsvoll. Leider ein wenig verkürzt wegen Bauarbeiten.

750 m Schwimmen

Ich stellte mich dieses Mal ganz außen hin nach meinem Reinfall auf der Innenbahn in Bergwitz. Bei mir stand Peter, der zugab, wieder etwas mehr geschwommen zu sein. Also war das mein Mann! Startschuss und ich konzentrierte mich nur auf ihn. Ich schnappte mir seine Füße und nahm mir vor, sie nicht wieder herzugeben. Er schwamm schnell und hielt sich ebenfalls aus dem Gedränge heraus. So machten wir zwar ein paar Meter mehr als manch anderer aber es schwamm sich wunderbar. Die erste Runde verging wie im Fluge und es gab nur ihn und mich. Keine Zeit, auf andere zu achten. Dann der Landgang. Er hat lange Beine – ich hab kurze und ich komme einfach nicht so schnell durch halbtiefes Wasser. Und an Land ist er ohnehin schneller als ich. Ich riss mir komplett die Luft weg beim Versuch dranzubleiben. Keine Chance. Aber wie ich feststellte, waren wir eine kleine Gruppe, so dass ich hoffte, ein anderer würde den Kontakt halten. Leider sah es nicht danach aus. Ich musste erstmal ein paar Züge locker schwimmen, um wieder Luft zu bekommen und Peter war weg. Ich hielt mich an Jens Eckhardt, der ja einen sensationellen Sprung beim Schwimmen gemacht hat. Wir überholten uns mehrmals gegenseitig und wie ich so gerade damit beschäftigt war, mich nach links zu orientieren, schwamm rechts Marta vorbei. Und als ich das bemerkt hatte war es auch schon zu spät. Sie war so schnell, dass ich nicht ihn den Sog reinschwimmen konnte. Taxi verpasst. Schade, sie ist noch bis zu Ulf, Peter und Marcel hingeschwommen. Aber wahrscheinlich hätte ich das ohnehin nicht halten können. Egal. Raus aus dem Wasser, den Berg hoch und rauf aufs Rad ging superschnell, weil Neoprenverbot war und ich mich gegen den Schwimmanzug entschieden hatte.

28 km Rad

Peter habe ich sogar noch überwechselt, Ulf und Marcel fuhren gut 10 sek vor mir. Also alles im grünen Bereich. Letztes Jahr hatte ich Ulf noch am ersten Anstieg überholt und mit einem beherzten Zwischenspurt abgehängt. Dieses Jahr fährt er noch besser! Ich kam erstmal gar nicht näher. Zunächst fuhr Peter wieder vorbei, da ich noch an meinen Schuhen fummelte. Als ich damit fertig war, konnte es dann losgehen. Der Wind war schwach und stand gut, so dass der Anstieg nicht wirklich wehtat. Der Zick-Zack-Kurs über den Acker bietet eine gute Orientierung und so konnte ich Marcel, Ulf, Maik und zwei Dessauer gut erkennen und sie mir „zurechtlegen“. Aber auf dem Anstieg holte ich erstmal gar keinen. Marcel war schnell unterwegs aber Ulf kam näher. Oben angekommen knallte ich durch ein kleines Loch und spendete mein schlecht befestigtes Gel an die nachfolgenden Fahrer. Ich redete mir schnell ein, ohnehin zu fett zu sein, heute schon genug gegessen zu haben und dass der Wettkampf so kurz ist, dass trinken vollkommen ausreichend sei. Das klappte sofort gut und ich fuhr an Ulf vorbei. Da ich nicht damit rechnete, ihn stehenzulassen rief ich ihm irgendwas gutgemeintes zu. Dann zwei Dessauer die ich in ihren komplett durchgestylten Outfits noch nicht so richtig auseinanderhalten kann. Aber können ja nur Tony und Maik F. gewesen sein. Oder war es nur Tony? Ich war zu diesem Zeitpunkt zu sehr damit beschäftigt, mich zu wundern, was ich für unglaublich gute Beine ich heute dranhatte, während meine Uhr ständig piepte, weil mein Puls nicht hoch genug war. Immernoch oben fuhr ich zu Maik K. auf. Ein Blick nach hinten: keiner dran. Das wunderte mich schon ziemlich. Bis dahin fragte ich mich immernoch, ob Thomas überhaupt am Start ist, da ich ihn vor dem Rennen überhaupt nicht gesehen hatte. Aber da war er schon. Rein in die Abfahrt und ich hatte endlich Marcel. Aber der wollte nicht überholt werden. Bei knapp 55 km/h fragte ich mich gerade, wie Marcel, der bestimmt 10 Kilo weniger wiegt als ich, so schnell den Berg runterkommt, als Maik mit geschätzten 60 Klamotten an uns vorbeiflog und uns eine Lehrstunde in Sachen Hangabtriebskraft erteilte. Der Gegenanstieg war dann zwar unserer aber Maik blieb dran. Thomas und Marcel machten deutlich, dass sie mich auf keinen Fall fahren lassen würden und ließen keine Gelegenheit aus, selbst wieder nach vorn zu gehen. Insbesondere Marcel hat mich auf der Dreiviertelrunde, die wir zusammen gefahren sind bestimmt 15 Mal überholt. Aber ich hatte Rückenwind auf der kompletten Runde und hab mir die Führung immer sofort wieder zurückgeholt. Maik muss dann irgendwo gegen Ende der ersten Runde den Anschluss verloren haben aber Thomas und Marcel waren nicht abzuschütteln. Zu Beginn der zweiten Runde fragte ich Marcel, auf welchem Platz wir denn eigentlich liegen. Er wusste es nicht. Ich glaubte immernoch, dass da vorn irgendein Superschwimmer seine Kreise zieht aber Sucki hatten wir gerade überholt und viel schneller als er schwimmt eigentlich keiner. Die Straße zwischen Anstieg und Abfahrt war ziemlich belebt und ich musste kurz vor der letzten Rechtskurve kurz über den Kopfsteinpflasterrand ausweichen, um nicht bremsen zu müssen. Ich weiß gar nicht, ob Marcel und Thomas dort von den Autos ausgebremst wurden – jedenfalls danach war ich endlich allein. Jetzt war ich schon mitten im Jedermann-Feld. Ich überrundete einen nach dem anderen und irgendwann überholte ich noch Matthias Dunse, der sonst meist schneller ist als ich. (Er gab später zu, nicht ordentlich trainiert zu haben wegen seiner Examensarbeit). In dem verwinkelten letzten Stück der Strecke war ich nur noch am überrunden. Gestört hat es nicht, ich hoffe nur, dass ich niemanden erschreckt habe mit meinen Überholmanövern.

Tiger stand am Beginn der Wechselzone und bestätigte auf kurzen Zuruf, was ich schon vermutet und gehofft hatte: Ich lag vorn! Das war doch schonmal was. Der zweite Wechsel ist nicht unbedingt meine Stärke, er ging aber reibungslos und der Sprecher verkniff sich entweder die beliebte Bemerkung, dass ich zwar vorn bin, aber nicht so besonders laufe und darum mit einem Sieg nicht zu rechnen sei oder ich habe sie nicht gehört. Ich war gespannt, wann Marcel und Thomas reinkommen würden und sie kamen prompt. Noch während ich rauslief fuhren sie rein.

6,3 km Laufen

Es dauerte wohl kaum 5-600 m bis sie mich hatten und kurz danach lief auch noch Matthias Dunse vorbei. Zack – Platz 4. Dabei hatte ich doch das Ziel, auf dem Treppchen zu landen – also unter die ersten Sechs zu kommen. Als der Anstieg endlich geschafft war, versuchte ich wieder, ein wenig das Tempo zu erhöhen und die anderen nicht zu schnell außer Sicht kommen zu lassen. Naja, Thomas und Marcel hatten was vor. Die waren sehr bald weg. Aber Matthias D. – ca 50 m vor mir – schien nicht in Topform. Und auf der abfallenden Straße hatte ich sogar das Gefühl, ein wenig heranzukommen. Das motivierte. Dann bei der Verpflegung machte er einen Fehler und lief zwei, drei Schritte geradeaus, statt abzubiegen, bis ihn die Frauen zurückriefen. Und ich war wieder dran. Wahrscheinlich gab ihm das den Rest, ich lief kurz darauf jedenfalls vorbei. Wieder auf Platz 3. Allerdings nur für Sekunden, dann kam Olaf, den ich bis dato noch gar nicht gesehen hatte, vorbei. Wie ich später auf den Fotos sah, sind wir wie üblich zusammen geschwommen und aus dem Wasser gekommen – aber er war dieses Mal hintendran und ich hatte ihn nicht bemerkt. So war ich dann wieder Vierter und ging in die zweite Runde. Jetzt war es vorbei mit der Übersichtlichkeit. Vor und hinter mir Läufer mit einer Runde Rückstand. Schöner Scheiß, da kann man sich sehr gut verstecken und dann vorbeilaufen. Naja, als wenn ich im anderen Falle irgendwas dagengesetzen könne, machte ich mir klar und freute mich stattdessen, dass ich tatsächlich den einen oder anderen überholen konnte. Am Ende der Bergabstrecke – also gut 1,5 km vor dem Ziel wagte ich dann mal einen Blick nach hinten und sah Peter, der dann auch kurz darauf zu mir auflief. Ich fragte ihn, wer denn als nächstes von hinten komme und er meinte, dass Ulf schon zu sehen ist. Aus Spaß fragte ich, ob er mich ein Stück mitnimmt. Ja, könne er machen, schließlich mache er ja nur einen Trainingslauf. Nach wenigen hundert Metern musste ich reißen lassen. Toller Trainingslauf! So, noch einen Kilometer und Platz 5. Das hieß, Ulf kann ich noch vorbeilassen, um das Tagesziel zu erreichen. Aber das muss ja nicht wirklich sein! Also über die Wiese nochmal die Beine in die Hand. Aus dem letzten Jahr hatte ich gelernt, dass selbst 50 m Vorsprung über längere Zeit zu halten sind, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt. Also gab ich mir Mühe und rannte. Ein letzter Blick zurück vor dem Abbiegen auf die Zielgerade: Könnte reichen! Ich sah nur Ulf, da ich mit anderen gar nicht mehr rechnete. Endspurt. Werden die Beine halten? Sie wurden wacklig aber hielten. Der Sprecher blieb ruhig und kündigte mich an. Er kündigte kein Duell an, sondern nur mich. Ok, das wird also reichen. Es reicht! Kaum zwei, drei Sekunden im Ziel, höre ich Steffen hinter mir irgendwas wie: „Du Sack“ rufen und noch vor Ulf ins Ziel stolpern. Meine Herren, das war knapp. Den hatte ich ja nun gar nicht auf der Liste. Hätte aber auch nichts geändert, ich bin ja schon gelaufen, was ging. Nach kurzer Atemnot erstmal erkundigen: Marcel gewinnt vor Thomas und Olaf. Ich zu dem Zeitpunkt noch Fünfter (Peter hatte eine Zeitstrafe bekommen, die aber zunächst versehentlich nicht draufgeschlagen wurde). Danach Steffen und dann schon Ulf. Und auf Platz 12 schon Conrad mit ziemlich kleinem Rückstand. Wo war Dessau, und wo der USC? Die waren doch alle in Bergwitz noch so stark und zumindest mit einem Teil des Teams vor mir. Und heute? Waren wir mit dem Dritten vor den Ersten der anderen. So wie früher. Wir können es also noch!

Kurz verschnaufen und dann gucken, was Marisa macht. Die Erste ist schon drin – wer wird Zweite? Und da kommt sie auch schon um die Ecke –freudestrahlend auf Platz 2. Na wenn das kein guter Tag ist.

Und Tatsache haben wir in der Landesliga einen dicken Satz von drei auf eins gemacht. Ich hätte wirklich kaum damit gerechnet, dass wir das dieses Jahr nochmal schaffen. Zunächst der Totalausfall von Tiger und die Verletzung von Thomas. Dazu meine nicht so tolle Form am Anfang der Saison. Aber wir sind nicht nur zu dritt: Ganz leise schleicht sich Conrad nach vorn und tatsächlich hätten wir den Tagessieg auch mit ihm geholt, wenn einer von uns ausgefallen wäre. Das ist neu. Und gut!

Damit wäre der kleine Höhenflug der Dessauer erstmal gestoppt. Das wird sie sicher wurmen. Mal sehen, was sie am Samstag in Wischer dagegenzuhalten haben. Ich freu‘ mich drauf und tippe aber mal auf uns …

Fotos von Katrin >>>

 

Alter oder Krankheit?

In Führung liegend noch kurz die Konkurrenz gecheckt, um mich dann kontrolliert ans Ende des Feldes durchsacken zu lassen …

Foto: Wolfgang Schulze

Geiseltalduathlon, 21. April 2013

Die Ausrede gleich vorweg: Ich lag über Ostern mit einer Bronchitis um. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so krank war. Das anschließende Trainingslager war dann auch mehr als Kur zu betrachten, denn als vernünftiges Training. Aber nun war alles wieder gut und wegen ein paar Wochen Trainingsrückstand will man sich ja nicht verstecken.

Also ran an die Startlinie und mitgerannt! Continue reading

Roßbach – Platz 8

Der Start ging noch recht gut für mich …

Geiseltaltriathlon

Sonntag, 22. Juli 2012

Nach dem sehr guten Rennen in Wischer war mir klar, dass ich in Roßbach nicht so weit vorn landen würde. Einerseits war es viel zu gut besetzt, andererseits fehlte mal wieder das letzte Quentchen Spannung in mir.

Entsprechend unkonzentriert verbummelte ich denn auch die Startvorbereitungen und kam viel zu spät zum Wasser. Einschwimmen kam zu kurz und peng, ging es los.

750 m Schwimmen

Ich stand rechts. Peter neben mir kam gut weg und ich hinterher. Da die Boje recht früh kommt, machte ich ordentlich Tempo und war weit vorn, da wo das Feld schnell schmal wird. Es war schon abzusehen, dass es kein großes Gedränge geben würde und trotzdem ließ ich mich zu weit in die Boje drängen, berührte sie mit dem rechten Arm und im selben Moment war die Erinnerung an meine ausgerenkte Schulter vor ein paar Jahren wieder da. Das war keine gute Kombination mit dem hochgeschnellten Puls vom schnellen Losschwimmen. Ich bekomme Panik und schwimme ein paar Züge Rücken. Hilft nix. Nach rechts raus und Brustschwimmen. Es wird ein wenig besser. Badekappe ab und ohne Beinschlag weiterkraulen, um den Puls runter zu bekommen. Bis zur zweiten Boje Katastrophe. Ich versuche, mich zu konzentrieren, lasse mich an der Boje aber aus Angst viel zu weit abdrängen und schwimme einen Riesenbogen. Richtung Land geht es dann wieder. Vor mir eine langgezogene Gruppe. Die letzten beiden ca. 10 m vor mir und ich komme näher. Komisch! Beim Landgang sehe ich, dass es die Gruppe mit Tiger und Ulf ist. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Zwei Hechtsprünge und ich bin dran. Die Luft ist aber auch wieder so knapp, dass ich wieder Panik bekomme. Ich versuche, mich zu konzentrieren. Geht nicht. Ich schwimme schlecht, bleibe aber dran. Den letzen überhole ich und auf dem Weg zu Land schwimmt mir der nächste, den ich überhole ständig von der Seite rein. Das ist das Letzte, was ich jetzt gebrauchen kann. Ich checke, ob mein Kurs eventuell falsch ist. Nein, ich schwimme richtig und er mir wieder rein. Ich schiebe ihn mit Arm und Bein kräftig zur Seite. Er merkt es und lässt es. Ankunft. Ich bin gerettet! Keine Zeit, den Boden zu küssen! Ich sehe Ulf den Berg hochlaufen. Na das passt doch. Jetzt einen schnellen Wechsel und ich bin wieder dran. Es klappt!

30 km Rad

Nach dieser Katastrophe gehe ich als Siebenter mit nur 15 sek auf Tiger, der Zweiter ist und direkt hinter Ulf auf die Radstrecke. Ich vergesse schnell den Ärger und bin wieder voll im Rennen. Mike, Marcel und Olaf Ue. überhole ich irgendwie gleich auf dem ersten Kilometer. Aber der Blick ist fest auf Ulf gerichtet. Ich will nicht, dass er sich wieder an mir festbeißt, also lege ich ihn mir zurecht und fahre erstmal ruhig ran. An seinem Hinterrad klebt Peter, ein guter Indikator für die Geschwindigkeit. Als Peter am Anstieg aus dem Windschatten geht und Anstalten macht, vorbeizuziehen, ist der Moment gekommen. Ich gehe aus dem Sattel und mit Schwung vorbei. Rechtskurve auf den Acker möglichst schnell genommen und wieder im Stehen. Dabei komme ich auch zügig an Tiger ran und gehe vorbei. Ich habe gute Beine, fällt mir dabei auf. Ich müsste jetzt Zweiter sein hinter Fischi. Der ist allerdings nicht zu sehen und ich bekomme ihn auch nicht zu sehen. Die Ergebnisliste von Kelbra hat mir schon verraten, dass er mittlerweile ziemlich schnell auf dem Rad ist. Am Ende der ersten Runde – an der Abbiegung zur Abfahrt nach Roßbach – stoppe ich die Zeit auf die Verfolger. Schon über eine halbe Minute. Allerdings sehe ich sechs Mann hintereinander. Zwar mit Abstand aber naja … Ich bin pappesatt und drücke drauf. Bei der Ortsdurchfahrt brülle ich einen stehenden Kampfrichter an, der mich natürlich nicht versteht und fragend ansieht. Zum zweiten Mal den Anstieg hoch. Es rollt. Auf dem Acker nehme ich wieder die Zeit auf die Verfolger. 40 Sekunden. Einer vornweg, dann das Kamfprichtermotorrad und dahinter die anderen. Ich kann es nicht fassen. Das Motorrad fährt voran, statt von hinten zu beobachten oder einzugreifen. Das macht mich ausreichend wütend, um den Rest der Runde weiter schnell zu fahren. Ich rolle als Zweiter zum Wechsel.

6 km Laufen

Der Sprecher heizt das Publikum an, es wird ordentlich applaudiert. Schnell das Rad in die Ecke, Laufschuhe an und weg. Der Anstieg ist nicht gerade steil, macht mich aber doch langsam. Deutlich über 4 min ist nicht gerade das, was mich motiviert. Ich höre den Sprecher die anderen ankündigen. Ca. eine Minute. Naja, da werden wohl noch ein paar kommen. In der oberen Ebene schaffe ich es nicht, deutlich schneller zu laufen. Irgendwie bin ich nicht konzentriert oder bereit, mich zu quälen. Erst bergab und auf der Straße laufe ich schneller. Hier kommen nun aber schon Marcel und Olaf vorbei. Danach Tiger, der mir sagt, dass er es heute nicht auf einen Sprint mit mir ankommen lassen will. Haha, sieht von meiner Seite auch nicht danach aus. Irgendwann kommen auf noch Peter und Steve Rottig. Die Runde ist zu Ende und ich laufe das zweite Mal den Anstieg hoch. Wieder viel zu langsam. An der oberen Spitzkehre sehe ich tatsächlich schon Ulf hinter mir. Das sind vielleicht noch 15 Sekunden. Da ich oben wieder nicht schneller werde, bereite ich mich schon darauf vor, Ulf zu gratulieren. Ich sehe jetzt Volker vor mir aber ich komme nicht so richtig heran. Er ist zwar gerade losgelaufen aber ich hatte doch gedacht schneller als er zu laufen. Ich drücke drauf. Kurz vor der Knochenbrecherkurve habe ich ihn und blicke zurück. Ulf ist nicht näher gekommen. Nanu? 15 sek sind dann eben doch gut sieben Sekunden pro verbleibender Kilometer. Ich glaube jetzt wieder daran, ihn wieder hinter mir zu lassen und lasse es bergab ordentlich rollen. Er kommt nicht näher. Jetzt nur noch den Weg über die Wiese am See und dann ist es geschafft. Zwei- oder dreihundert Meter vor dem Ziel läuft Thomas Jentsch zu mir auf. Wir grinsen uns an – die Situation gab es schon zu oft. Kurz vor der Kurve zur Zielgeraden sage ich „na los“ und er läuft los. Keine Chance für mich, dranzubleiben. Na gut – Platz 8. Nicht der Hammer aber auch gut. Ulf läuft einmal mehr direkt hinter mir ins Ziel. Elf Sekunden dieses Mal. Echt unglaublich, wie dicht wir dieses Jahr beieinander liegen. Jetzt hat er nur noch eine Chance auf Revanche: Löderburg! Aber da werde ich natürlich vorbereitet sein :-)

Bilder >>>

Das Setup stimmt noch nicht …

Foto: Conrad sieht mich derzeit nur im Rückspiegel. Was soll‘s – in Tangermünde hau‘ ich ihn weg. Oder in Halle …

Geiseltalduathlon

Sonntag, 29. April 2012

Schon beim ersten Laufen klemmte irgendwas. Der Puls war richtig, das Gefühl war ok, aber was meine Uhr anzeigte, passte irgendwie nicht dazu. Ich war wieder ein bisschen langsamer als im Vorjahr. Ich tröstete mich damit, dass GPS mit verwinkelten Kursen unter Blättern ja öfter mal nicht so klar kommt und daher weniger Strecke misst. Conrad verschwand schnell aus meinem Blickfeld, auf der Wendepunktstrecke bei Start/Ziel konnte ich jedoch feststellen, dass er hauptsächlich in der ersten Runde gutgemacht hatte und danach nicht mehr so rasend schnell davoneilte. Am Ende waren es vielleicht eineinhalb Minuten. Den hole ich mir, war mein Gedanke. Der Wechsel klappte sensationell und ich saß auf dem Rad. Der Puls wollte nicht runtergehen und das gute Gefühl vom Warmfahren wollte sich auch nicht einstellen. Während ich in der ersten Runde den Anstieg ganz gut hochkam, quälte ich mich in der zweiten doch ungewöhnlich stark. Auch in der Abfahrt wollte nicht so richtig Tempo aufkommen – der Wind stand ja auch etwas ungünstiger als in den vergangenen Jahren. Ich fühlte mich wie ein Fremdkörper auf meinem Zeitfahrrad, musste hin und wieder Oberlenker fahren und kurz rollen lassen. Aber 22 km sind auch bald rum und zu Beginn der zweiten Laufstrecke sah ich Conrad wieder vor mir. Dann hol‘ ich mir ihn eben beim Laufen! Naja, das war nicht so einfach. Auch er fand irgendwann ins Rennen und lief passabel. Ich kam also kaum noch näher und zu Beginn der Stadionrunde war dann klar, dass ihn nicht mehr holen würde. 2:0 für Conrad. In Tangermünde muss ich nun schon fast gewinnen, um ihn in der Cupwertung noch zu überholen.

Ich geh dann mal Laufen …

MTC ist Meister!

Foto: Fritze holt sich den Sieg, Tiger wird Dritter. Ich werde hinter Martin, Marco und Matze Achter. Nicht sensationell nach meinem Sieg im letzten Jahr, aber ich will mal zugeben, dass es heute besser besetzt war …

Geiseltaltriathlon, Sonntag, 17. Juli 2011

Mäßige 750 m

Ein wenig zu lange eingeschwommen und die Startlinie war voll. Also stellte ich mich artig in die zweite Reihe – ich bin ja beim Reinlaufen wegen meiner kurzen Beine ohnehin nicht der Schnellste. Nach dem Start rechts raus – und schon hatte ich Platz. Ich kam überraschend gut voran und hatte genau Kurs auf die Boje. Ich war weit genug vorn, so dass es nicht eng werden würde. Ein paar Züge zu viel, ohne zu gucken und als ich den Kopf das nächste Mal hob, war die Peilung nicht mehr auf Boje, sondern zwei Meter rechts vorbei. Mist, noch 15 m und ich musste hart Backbord steuern. Aber ich hatte eine halbe Länge gegenüber dem Schwimmer links von mir und Platz war wirklich genug. Ich versuchte also möglichst dicht an der Boje vorbeizukommen und er schwimmt auf mich drauf. So sehr, dass ich ihn erstmal anschreie, was natürlich völlig sinnlos ist. Continue reading