Bernburg

Matze nicht zu schlagen. 7. in Bernburg

Foto: Der Triumphator Matze

Bernburger Triathlon

Sonntag, 3. Juni 2012

Ich habe lange nicht so viele verschiedene Wettkampfklamotten eingepackt wie für den diesjährigen Bernburger Triathlon. Einteiler, Radtrikot, Unterhemd, Armlinge, Zeitfahranzug. Was und in welcher Kombination? Noch beim Einfahren war ich der Meinung, mit meinem Langarm-Zeitfahranzug zwar etwas kühl aber doch gut angezogen zu sein. Als es dann aber zum Start immernoch nicht regnete und die Sonne kurz durch die Wolken zu erahnen war, erinnerte ich mich, dass ich unterwegs lieber friere als dass ich schwitze und zog doch den Einteiler an. Zu dem Zeitpunkt waren die ersten schon auf dem Schiff und es gab kein zurück mehr.

1000 m flussabwärts

Dieses Jahre klappte dann auch der Start wieder. Alle sprangen an derselben Stelle ins Wasser … Nur ich kam leider nicht ganz so gut ins Rennen wie in Halle. Ich war gleichsam entspannt und unkonzentriert, so dass ich irgendwie nicht die richtige Spannung aufbauen konnte. Selbst als nach gut der Hälfte der Strecke noch jemand an mir vorbeischwamm, schaffte ich es nicht, an seinen Füßen zu bleiben. Naja, ich konnte zumindest die Spitze noch aussteigen sehen und so tröstete ich mich, dass ich kaum mehr als eine Minute verloren haben dürfte.

40 km Rad

Der Wechsel klappte perfekt und ich war nun plötzlich in einer Gruppe, obwohl ich allein ausgestiegen war. Hinter mir klingelte eine Kette – wie ich später hörte, war sie Matze heruntergesprungen. Neben mir Olaf Ueberschär und Franzi, kurz vor mir der spätere Zweite Andreas Peschka, der sich auf abenteuerliche Weise eine Weste anzuziehen versuchte, was ihm aber nicht gelang. So war ich rasch vorbei. Als wir am Kreisverkehr auf die eigentliche Strecke kamen, war nur noch Ulf direkt vor mir. Weiter vorn sah ich Tiger und Fritze. Ulf kam nicht so gut weg wie noch in Tangermünde. Ich fuhr zügig vorbei, obwohl ich selbst nicht das beste Gefühl hatte. Tiger und Fritze fuhren einen ordentlichen Strich und ich kam kaum näher. Auf der Geraden zur Wende hatte ich sie immernoch nicht. Ich fuhr nicht schlecht – aber es fühlte sich auch nicht nach Weltrekord an. Nach 15 min an der Wende das war erstmal enttäuschend, da ich davon ausging, das nun die Gegenwindstrecke kommt. Gerade mal 20 sek auf Matze, Peter und Peschka rausgefahren und dahinter war auch kein besonders großes Loch. Ulf noch dicht dahinter, Jens etwa eine Minute und sogar Steffen schien nur gut zwei Minuten hinter mir. Allerdings blies der Wind erst jetzt von hinten. Da er so schwach war, hatte ich ihn auf dem Hinweg nicht wahrgenommen und damit standen die 15 min doch in einem anderen Licht. Zwischenzeitlich hatte ich dann auch mitbekommen, dass vor den beiden niemand mehr war. Die Spitze war also zum Greifen nah. Fritze ließ Tiger gerade ziehen als ich ihn kurz nach der Wende überholte. Kurz vor der Kreuzung fuhr ich dann endlich an Tiger vorbei. Doch er gab sich keineswegs geschlagen und überholte mich wieder. Das war mir einerseits ganz recht, baute mich aber auch nicht unbedingt auf. Aber er war ja in Halle schon besser als ich gefahren. Ich feuerte ihn an und so überholten wir uns bis zum Kreisverkehr ein paar Mal. Absolut ohne Windschatten – aber einen Vorteil bringt sowas ja immer. Und wenn es nur verhindert, dass man das Tempo verschleppt. An der Wende war Tiger vorn, auf der folgenden Abfahrt fuhr ich wieder vorbei. Der Abstand nach hinten war etwas größer geworden. Jetzt wurden meine Beine sogar besser. Der Schnitt, den man sich auf den ersten beiden Kilometern nach dem Start ordentlich versaut, da es kurvig ist und ansteigt, war jetzt endlich bei 40 angekommen. Tiger kam nicht mehr. An der nächsten Wende hatte ich schon einen kleinen feinen Vorsprung und auch die anderen hatten schon eine Minute. Ok, dann nochmal 10 km drücken und endlich wieder als Erster auf die Laufstrecke.

10 km Laufen

Der Wechsel ging gut, wie immer hörte ich die Spekulationen des Sprechers darüber, wie weit ich denn nun noch zurückfallen würde. Schmunzelnd lief ich raus. Tiger kam gerade rein. Knappe Minute, dacht ich mir. Nicht schlecht – aber er würde bald kommen. Das war klar. Ich kam auch ganz gut ins Laufen – das Wetter kam mir sehr entgegen – es hatte schon auf dem Rad leicht angefangen zu regnen. Besser geht es eigentlich nicht für mich beim Laufen. Tiger kam trotzdem schon nach ca. 2 km – und dass, obwohl ich nur knapp über 4 min/km lief. Naja – daran muss ich noch arbeiten … Bald darauf kamen dann auch Matze und A. Peschka. Ich habe das aber gar nicht in Erinnerung, dass die so dicht beieinander waren, wie es im Protokoll aussieht. Als ich aus der Wendeschleife rauskam, waren Peter, Fritze und Ulf schon drin. Aber die Schleife ist 600 m lang und durch die Steigung und die spitze Wende auch nicht so schnell. Da brauchen auch die Schnellen 2 min. Somit kein Grund zur Sorge. Jens und Rodrigo waren noch so weit hinter mir, dass ich mir sicher war, sie zu schlagen. Naja bei Jens nicht ganz sicher. Olaf Überschär kam später als ich dachte, Peter früher als ich befürchtete. Na gut – jetzt also Sechster. Unter den ersten Zehn und in der Teamwertung wollte ich schon sein. Das war das Ziel. Auch in der zweiten Laufrunde wurde ich nicht wesentlich langsamer, es lief auf eine knappe 42er Zeit hinaus. An der Treppe kam dann Fritze doch noch vorbei und ich konnte wiedermal nicht folgen. So war es dann der 7. Platz, was erstmal nicht schlecht ist.

Alles in allem lief es sehr gut. Schwimmen – geht so, Rad – super, wenn ich auch schonmal schneller war, und beim Laufen war es immerhin ein persönlicher Streckenrekord. Zwar nur um drei Sekunden – aber wenn das weiter so geht, laufe ich die Strecke in 20-30 Jahren auch unter 40 min. Und dann können sich einige warm anziehen …

Mehr Wettkampfzeit fürs Geld!

Foto: Mir ging‘s ja schon schlecht aber was Marco und Co. widerfahren ist, wünscht man ja auch keinem … Respekt fürs Durchziehen!

Bernburger Triathlon

Dienstag, 7. Juni 2011

Ausgebucht! 

Aus irgendeinem Grunde hatte ich aber rechtzeitig gemeldet und war drin. Große Aufregung schon im Vorfeld: Wie soll denn eine Landesliga stattfinden, wenn nicht alle starten dürfen? Die Bernburger hatten ein Einsehen und die lustige Regelung getroffen, dass, wer zum Start läuft und einen eigenen Radständer mitbringt, starten kann. Soviel ich weiß sind dann auch alle gestartet, die da waren.

Aber auch das war nicht so einfach. Als wir schon wie die Robben in der Hitze auf dem Schiff standen und der Captain halbherzig bremste – weit vor dem üblichen Start – merkten wir so langsam, dass sich offensichtlich nicht alle Helfer einig waren, wo denn der Start sei. Der Einstieg für die „Fußgänger“ war jedenfalls deutlich zu früh. Sie wurden weiter flussaufwärts geschickt. Wir warteten. Der Schweiß rann. Sie rannten. Zu weit. Einige jedenfalls. Die Osterburger sind wohl, nach Martins Schwimmzeit zu urteilen, fast doppelt so weit geschwommen wie wir. Glück im Unglück hatten da Steffen und Co, die noch beim Wandern den Startschuss hörten, und mit halboffenem Neo noch schnell dazugesprungen sind als sie uns kommen sahen.

1000 m Schwimmen

Außer dass Ingo partout den Startschuss nicht geben wollte, bekamen wir davon nicht viel mit. Ich kam gut weg. Neben mir Peter wie im letzten Jahr. Den wollte ich mir schnappen aber er kam nicht so recht vom Fleck. Na gut, dann allein. Erst die Linkskurve geschnitten und dann allmählich nach rechts, damit ich nicht an der Leiter vorbeitreibe. Irgendwann sah ich dann auch noch Maik neben mir. Da dachte ich eigentlich, dass ich gut liege nach dem Schwimmen, musste dann aber doch feststellen, dass wir schon 30 sek hinter Tiger, Fritze, Ulf und Karsten waren.

40 km Rad

Der Wechsel ging recht gut. Ich war jedenfalls vor Peter und Maik auf dem Rad. Jetzt sollte es dann eigentlich so schnell wie möglich an die Spitze gehen. Ich kam aber nicht in Fahrt. Ging nicht. Keine Kraft. Karsten überholte ich nach 5-6 km. Der sah genauso schlecht aus wie ich mich fühlte. An der ersten Wende nach 17 min. Das kann nichts werden! Ok der Rückweg ist kürzer, weil es ja nur bis zum Kreisverkehr geht. Aber in 12 min??? Auf dem Rückweg stellte ich erstaunt fest, dass sehr sauber gefahren wurde. Es ärgerte mich um so mehr, dass ich so lahm war. Steffen war so dicht hinter mir, dass ich es kaum glauben konnte. Jens sowieso. Ich hakte das Rennen innerlich schon nach weniger als die Hälfte als Streichresultat ab. Das wäre dann Nummer zwei. Irgendwann kam mir Marco entgegen. Das waren mindestens 5 km Rückstand, schätzte ich. Das passte wiederum gar nicht zu Steffens Position. Ich war verwirrt. Die Hitze machte mir zu schaffen. Ich trank und versuchte mich daran zu erfreuen, dass ich nicht den Zeitfahrhelm aufhatte, sondern den gut belüfteten. Schwacher Trost. Am Kreisverkehr war ich immerhin noch unter einer halben Stunde. Aber wie sollte ich unter einer Stunde bleiben? Schneller würde ich auf der zweiten Runde nicht mehr. Dann kam Dirk vorbei und ich konnte nichtmal sein Tempo aufnehmen. Furchtbar! Das ist das Alter – jetzt hat es mich, dachte ich mir. Ich freute mich auf den schattigen Lauf entlang der Saale.

10 km Lauf

Der Sprecher kündigte mich euphorisch an, rief mir aber über Lautsprecher gleich nochmal ins Gedächtnis, dass jetzt meine schwächste Disziplin kommt. Vielen Dank – man stelle sich vor, wo ich gelandet wäre, wenn ich da nicht dran gedacht hätte. So trottete ich aber los wie üblich.

Ich ging als fünfter Einzelstarter auf die Laufstrecke. Das klang noch ganz gut. Mein Lauftempo fühlte sich allerdings nicht nach „Platz halten“ an. Eric Michel lief gleich vorbei. Als nächstes Olaf Ueberschär, der ziemlich schnell kleiner wurde. Tiger kam mir als erstes entgegen – schon raus aus der Schleife. Mann, war ich langsam! Irgendwann verlor ich dann Platz um Platz. Steffen, Jens, Rodrigo, Karsten und viele mehr. Tobi hat dann nun auch sein Ziel erreicht, mich zu schlagen – Glückwunsch! Ich hatte gedacht, dass ich das noch ein wenig rauszögern kann.

Gegen Ende der ersten Runde ging es etwas besser und ich stoppte mal die Zeit. Die zweite Runde war insgesamt deutlich angenehmer, weil ich mich tatsächlich im Schatten ein wenig abgekühlt hatte und sich mein Elend relativierte. Unterwegs gab‘s nämlich jede Menge davon. Ich war bei weitem nicht der Einzige, dem es schlecht ging. Andreas rief mir aufmunternd zu, dass Dirk schon langsamer wird. „Als wenn ich den noch einhole“, dachte ich mir. Und da lag er dann. Ganz großes Kino – quer über den Weg, so dass man fast durch den Wald musste, um vorbeizulaufen. Hilfe war schon da. Ich überlegte kurz, ob ich anhalten sollte. Stellte dann aber fest, dass ich außer einem feuchten Einteiler nichts dabeihatte, dass ihn hätte kühlen können und lief mit schlechtem Gewissen vorbei. Auch die Frage „alles OK?“ verkniff ich mir. Weiter!

Mit begrabenen Vorsätzen läuft es sich eigentlich ganz gut. Aufgeben ist den Gedanken nicht wert – also Tempo erträglich hoch halten und dann sind 10 km eben auch nur 10 km.

Tatsächlich lief ich die zweite Runde eine ganze Minute schneller als die erste. Plätze habe ich allerdings nicht wieder gutgemacht. Wie jede Quälerei ging auch diese vorbei und zum Glück stellte ich erst zu Hause fest, dass ich sage und schreibe neun Minuten langsamer war als im Vorjahr.

Als ich dann im Ziel von Pleiten, Pech und Pannen rund um den Start erfuhr, relativierte sich die Enttäuschung noch weiter und ich stellte fest, dass es doch irgendwie mal wieder Spaß gemacht hat. Schmeiß den Grill an!

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