Roßbach – Platz 8

Der Start ging noch recht gut für mich …

Geiseltaltriathlon

Sonntag, 22. Juli 2012

Nach dem sehr guten Rennen in Wischer war mir klar, dass ich in Roßbach nicht so weit vorn landen würde. Einerseits war es viel zu gut besetzt, andererseits fehlte mal wieder das letzte Quentchen Spannung in mir.

Entsprechend unkonzentriert verbummelte ich denn auch die Startvorbereitungen und kam viel zu spät zum Wasser. Einschwimmen kam zu kurz und peng, ging es los.

750 m Schwimmen

Ich stand rechts. Peter neben mir kam gut weg und ich hinterher. Da die Boje recht früh kommt, machte ich ordentlich Tempo und war weit vorn, da wo das Feld schnell schmal wird. Es war schon abzusehen, dass es kein großes Gedränge geben würde und trotzdem ließ ich mich zu weit in die Boje drängen, berührte sie mit dem rechten Arm und im selben Moment war die Erinnerung an meine ausgerenkte Schulter vor ein paar Jahren wieder da. Das war keine gute Kombination mit dem hochgeschnellten Puls vom schnellen Losschwimmen. Ich bekomme Panik und schwimme ein paar Züge Rücken. Hilft nix. Nach rechts raus und Brustschwimmen. Es wird ein wenig besser. Badekappe ab und ohne Beinschlag weiterkraulen, um den Puls runter zu bekommen. Bis zur zweiten Boje Katastrophe. Ich versuche, mich zu konzentrieren, lasse mich an der Boje aber aus Angst viel zu weit abdrängen und schwimme einen Riesenbogen. Richtung Land geht es dann wieder. Vor mir eine langgezogene Gruppe. Die letzten beiden ca. 10 m vor mir und ich komme näher. Komisch! Beim Landgang sehe ich, dass es die Gruppe mit Tiger und Ulf ist. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Zwei Hechtsprünge und ich bin dran. Die Luft ist aber auch wieder so knapp, dass ich wieder Panik bekomme. Ich versuche, mich zu konzentrieren. Geht nicht. Ich schwimme schlecht, bleibe aber dran. Den letzen überhole ich und auf dem Weg zu Land schwimmt mir der nächste, den ich überhole ständig von der Seite rein. Das ist das Letzte, was ich jetzt gebrauchen kann. Ich checke, ob mein Kurs eventuell falsch ist. Nein, ich schwimme richtig und er mir wieder rein. Ich schiebe ihn mit Arm und Bein kräftig zur Seite. Er merkt es und lässt es. Ankunft. Ich bin gerettet! Keine Zeit, den Boden zu küssen! Ich sehe Ulf den Berg hochlaufen. Na das passt doch. Jetzt einen schnellen Wechsel und ich bin wieder dran. Es klappt!

30 km Rad

Nach dieser Katastrophe gehe ich als Siebenter mit nur 15 sek auf Tiger, der Zweiter ist und direkt hinter Ulf auf die Radstrecke. Ich vergesse schnell den Ärger und bin wieder voll im Rennen. Mike, Marcel und Olaf Ue. überhole ich irgendwie gleich auf dem ersten Kilometer. Aber der Blick ist fest auf Ulf gerichtet. Ich will nicht, dass er sich wieder an mir festbeißt, also lege ich ihn mir zurecht und fahre erstmal ruhig ran. An seinem Hinterrad klebt Peter, ein guter Indikator für die Geschwindigkeit. Als Peter am Anstieg aus dem Windschatten geht und Anstalten macht, vorbeizuziehen, ist der Moment gekommen. Ich gehe aus dem Sattel und mit Schwung vorbei. Rechtskurve auf den Acker möglichst schnell genommen und wieder im Stehen. Dabei komme ich auch zügig an Tiger ran und gehe vorbei. Ich habe gute Beine, fällt mir dabei auf. Ich müsste jetzt Zweiter sein hinter Fischi. Der ist allerdings nicht zu sehen und ich bekomme ihn auch nicht zu sehen. Die Ergebnisliste von Kelbra hat mir schon verraten, dass er mittlerweile ziemlich schnell auf dem Rad ist. Am Ende der ersten Runde – an der Abbiegung zur Abfahrt nach Roßbach – stoppe ich die Zeit auf die Verfolger. Schon über eine halbe Minute. Allerdings sehe ich sechs Mann hintereinander. Zwar mit Abstand aber naja … Ich bin pappesatt und drücke drauf. Bei der Ortsdurchfahrt brülle ich einen stehenden Kampfrichter an, der mich natürlich nicht versteht und fragend ansieht. Zum zweiten Mal den Anstieg hoch. Es rollt. Auf dem Acker nehme ich wieder die Zeit auf die Verfolger. 40 Sekunden. Einer vornweg, dann das Kamfprichtermotorrad und dahinter die anderen. Ich kann es nicht fassen. Das Motorrad fährt voran, statt von hinten zu beobachten oder einzugreifen. Das macht mich ausreichend wütend, um den Rest der Runde weiter schnell zu fahren. Ich rolle als Zweiter zum Wechsel.

6 km Laufen

Der Sprecher heizt das Publikum an, es wird ordentlich applaudiert. Schnell das Rad in die Ecke, Laufschuhe an und weg. Der Anstieg ist nicht gerade steil, macht mich aber doch langsam. Deutlich über 4 min ist nicht gerade das, was mich motiviert. Ich höre den Sprecher die anderen ankündigen. Ca. eine Minute. Naja, da werden wohl noch ein paar kommen. In der oberen Ebene schaffe ich es nicht, deutlich schneller zu laufen. Irgendwie bin ich nicht konzentriert oder bereit, mich zu quälen. Erst bergab und auf der Straße laufe ich schneller. Hier kommen nun aber schon Marcel und Olaf vorbei. Danach Tiger, der mir sagt, dass er es heute nicht auf einen Sprint mit mir ankommen lassen will. Haha, sieht von meiner Seite auch nicht danach aus. Irgendwann kommen auf noch Peter und Steve Rottig. Die Runde ist zu Ende und ich laufe das zweite Mal den Anstieg hoch. Wieder viel zu langsam. An der oberen Spitzkehre sehe ich tatsächlich schon Ulf hinter mir. Das sind vielleicht noch 15 Sekunden. Da ich oben wieder nicht schneller werde, bereite ich mich schon darauf vor, Ulf zu gratulieren. Ich sehe jetzt Volker vor mir aber ich komme nicht so richtig heran. Er ist zwar gerade losgelaufen aber ich hatte doch gedacht schneller als er zu laufen. Ich drücke drauf. Kurz vor der Knochenbrecherkurve habe ich ihn und blicke zurück. Ulf ist nicht näher gekommen. Nanu? 15 sek sind dann eben doch gut sieben Sekunden pro verbleibender Kilometer. Ich glaube jetzt wieder daran, ihn wieder hinter mir zu lassen und lasse es bergab ordentlich rollen. Er kommt nicht näher. Jetzt nur noch den Weg über die Wiese am See und dann ist es geschafft. Zwei- oder dreihundert Meter vor dem Ziel läuft Thomas Jentsch zu mir auf. Wir grinsen uns an – die Situation gab es schon zu oft. Kurz vor der Kurve zur Zielgeraden sage ich „na los“ und er läuft los. Keine Chance für mich, dranzubleiben. Na gut – Platz 8. Nicht der Hammer aber auch gut. Ulf läuft einmal mehr direkt hinter mir ins Ziel. Elf Sekunden dieses Mal. Echt unglaublich, wie dicht wir dieses Jahr beieinander liegen. Jetzt hat er nur noch eine Chance auf Revanche: Löderburg! Aber da werde ich natürlich vorbereitet sein :-)

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