MTC ist Meister!

Foto: Fritze holt sich den Sieg, Tiger wird Dritter. Ich werde hinter Martin, Marco und Matze Achter. Nicht sensationell nach meinem Sieg im letzten Jahr, aber ich will mal zugeben, dass es heute besser besetzt war …

Geiseltaltriathlon, Sonntag, 17. Juli 2011

Mäßige 750 m

Ein wenig zu lange eingeschwommen und die Startlinie war voll. Also stellte ich mich artig in die zweite Reihe – ich bin ja beim Reinlaufen wegen meiner kurzen Beine ohnehin nicht der Schnellste. Nach dem Start rechts raus – und schon hatte ich Platz. Ich kam überraschend gut voran und hatte genau Kurs auf die Boje. Ich war weit genug vorn, so dass es nicht eng werden würde. Ein paar Züge zu viel, ohne zu gucken und als ich den Kopf das nächste Mal hob, war die Peilung nicht mehr auf Boje, sondern zwei Meter rechts vorbei. Mist, noch 15 m und ich musste hart Backbord steuern. Aber ich hatte eine halbe Länge gegenüber dem Schwimmer links von mir und Platz war wirklich genug. Ich versuchte also möglichst dicht an der Boje vorbeizukommen und er schwimmt auf mich drauf. So sehr, dass ich ihn erstmal anschreie, was natürlich völlig sinnlos ist. Ich bekomme erstmal eine leichte Neopren-Sauerstoffarmuts-Panik und nehme etwas raus. Die Gruppe vor uns ist weg und ich brauche fast bis zur nächsten Boje, um meinen Rhythmus zu finden. Ich glaube, Christian neben mir zu sehen und beim Rauslaufen sehe ich die pinke Badekappe, die Steve immer trägt, mindestens 10 m vor mir. Was ist hier los? Marcel läuft an mir vorbei. Ich hechte in die zweite Runde und hoffe, dass Marcel gut in Form ist. Das würde zumindest bedeuten, dass ich normal schwimme – wir kommen oft gemeinsam aus dem Wasser. Mein Crashschwimmer von der ersten Boje schwimmt zwischen unseren Beinen und versucht ständig meinen Kurs zu korrigieren, indem er mir auf die Beine haut. Den Ausstieg vor Augen kann mich das aber nicht mehr aus der Ruhe bringen. Mein Kurs stimmt, also lasse ich ihn hauen. Er entschuldigt sich beim Rausrennen und später nochmal. So schlimm war es dann auch wieder nicht – aber gehört sich auch irgendwie. Als ich aussteige, ist von der Röver-Ulf-Matze-Gruppe niemand mehr zu sehen. Ich rechne mit dem Schlimmsten. Der Sprecher kündigt mich im Wechselgarten an – ich suche ihn mit den Augen – er steht genau vor meinem Fahrrad. Auf meine Handbewegung reagiert er sofort uns springt zur Seite. Der Wechsel geht so schnell, dass ich das Gefühl habe, etwas vergessen zu haben.

Harte 30 km Rad

Plötzlich sind sie direkt vor mir. Anhand der Zeit auf den Fotos sehe ich später, dass ich rund 15 Sekunden beim Wechsel auf sie gutgemacht habe. Ich lasse mir mit dem Schuhanziehen bestimmt einen Kilometer Zeit, um den Puls erstmal runterzubekommen. Sie hingegen fahren erneut ziemlich zügig los, so dass ich erst nach 1-2 km vorbeifahren kann. Auf dem Feldweg ist plötzlich nur noch Martin vor mir. Mann, das läuft! Den hole ich heute ebenfalls sehr früh: schon bevor es oben von der Ackerstraße auf die richtige Straße geht. Ich bin in Führung. Der Wind bläst von vorn, mein Puls ist seit dem Radstart am Limit und mir kommt es hoch. Ich lege einen dicken Gang ein, damit der Puls etwas runtergeht. 32-35 km/h. Mehr ist nicht drin. Ich gewinne nur langsam an Boden. Zweimal rechts abbiegen und die Abfahrt beginnt. Da es nur allmählich runtergeht, kann man nicht rollen lassen. Keine Erholungspause, der Puls bleibt ganz oben. Bis 69 km/h geht‘s , dann habe ich das Gefühl, nicht mehr schneller zu können. Den Gegenanstieg nehme ich im Stehen und es geht runter ins Dorf. Die 90 Grad Rechtskurve mit 50 und ich komme gerade so an der Absperrung vorbei. Am Ortsausgang geht‘s hoch und dann ist schon wieder Seitenwind. Wellig, leicht ansteigend. Keine Erholung. Auf der Abfahrt nach Roßbach sind sonst 60 drin. Heute irgendwas um die 45. Gegenwind! Rein nach Roßbach durch die Kurven. Lola und Marisa springen auf und jubeln als Erste. Dann lächelnd den Applaus genießen und rein in die nächste Runde. Im letzten Jahr hatte ich das Gefühl, dass es beim zweiten Mal leichter den Anstieg hochgeht. Ich horche in mich hinein und muss leider verneinen. Es geht schwer. An der Kurve zum Acker nehme ich die Zeit – die Ecke kann man für die nächsten Minuten einsehen und daher gut benutzen, um den Vorsprung zu messen. Nach 50 Sekunden kommen die nächsten drei um die Ecke, nach 1:30 min die nächsten. Ich werde heute nicht gewinnen. Soviel steht fest. Selbst wenn ich den Vorsprung verdopple, weiß ich ja, wer da alles hinter mir ist. Aber eine Führung nach dem Rad ist keine so schlechte Ausgangsposition – also fahre genau so weiter. Oben auf dem ersten Flachstück denke ich plötzlich, dass der Wind nachgelassen hat. Tatsächlich kommt es mir jetzt leichter vor. Ich nehme das als gutes Zeichen und trete ordentlich rein. Ich überrunde die ersten Fahrer. Ab jetzt lohnt es sich also nicht mehr nach hinten zu blicken. Der Rest der Radstrecke ist schnell rum und ich laufe als Erster in den Wechselgarten. Laufschuhe hakeln ein wenig aber ich bin drin und los!

Ziemlich lange 6 km Laufen

Ich habe das Gefühl, eigentlich schnell zu laufen aber die erste Kilometerzeit sagt etwas anderes. Schon nach weniger als zwei Kilometern kommt Fritze und der Jedermann-Führende Sickert vorbei. Meine Fresse, wenn die jetzt schon kommen, dann habe ich entweder fast nichts rausgefahren oder ich laufe gar nicht. Ich konzentriere mich auf meinen Lauf, der mir immernoch zügig vorkommt und verliere weitere Plätze. Auf der „Hochebene“ in der zweiten Runde kommt Marco als erster vom TTT vorbei. Ich laufe bestimmt zwei- bis dreihundert Meter mit, obwohl ich genau weiß, dass ich das nicht lange halten kann. Naja wenigstens ein bisschen. Danach kommt Martin. Einen Kilometer vorm Ziel auch noch Matze. Es reicht. Bis dahin war ich mir sicher, dass wir die Zwanzig machen, da Tiger deutlich vor denen an mir vorbeigegangen war und vor ihnen lag, wenn nichts dazwischen käme. Jetzt liegt es also an mir! Ich blicke nach hinten, ob Ulf schon in Sicht ist, um mir die Arbeit abzunehmen. Ist er aber nicht. Verdammt! Wenn Fritze und Tiger also direkt vor den Dreien ins Ziel kommen, dann darf anderer mehr vor mir reinkommen. Ich laufe, was Beine und Lunge hergeben und komme sogar wieder näher an Matze ran. Er dreht sich um und sieht das. Aber er ist zu weit weg, als dass ich ihn ernsthaft gefährden könnte. Ich laufe einen Platz hinter ihm als Achter rein. Fritze gewinnt den Hauptwettkampf und Tiger ist Dritter. Wir haben die 20 Punkte dann doch recht sicher. Unsere fünfte Zwanzig. Das war‘s! Wir sind Meister! Wusste ich doch :-)

Und hier nun endlich Katrins Bilder: