Mehr Wettkampfzeit fürs Geld!

Foto: Mir ging‘s ja schon schlecht aber was Marco und Co. widerfahren ist, wünscht man ja auch keinem … Respekt fürs Durchziehen!

Bernburger Triathlon

Dienstag, 7. Juni 2011

Ausgebucht! 

Aus irgendeinem Grunde hatte ich aber rechtzeitig gemeldet und war drin. Große Aufregung schon im Vorfeld: Wie soll denn eine Landesliga stattfinden, wenn nicht alle starten dürfen? Die Bernburger hatten ein Einsehen und die lustige Regelung getroffen, dass, wer zum Start läuft und einen eigenen Radständer mitbringt, starten kann. Soviel ich weiß sind dann auch alle gestartet, die da waren.

Aber auch das war nicht so einfach. Als wir schon wie die Robben in der Hitze auf dem Schiff standen und der Captain halbherzig bremste – weit vor dem üblichen Start – merkten wir so langsam, dass sich offensichtlich nicht alle Helfer einig waren, wo denn der Start sei. Der Einstieg für die „Fußgänger“ war jedenfalls deutlich zu früh. Sie wurden weiter flussaufwärts geschickt. Wir warteten. Der Schweiß rann. Sie rannten. Zu weit. Einige jedenfalls. Die Osterburger sind wohl, nach Martins Schwimmzeit zu urteilen, fast doppelt so weit geschwommen wie wir. Glück im Unglück hatten da Steffen und Co, die noch beim Wandern den Startschuss hörten, und mit halboffenem Neo noch schnell dazugesprungen sind als sie uns kommen sahen.

1000 m Schwimmen

Außer dass Ingo partout den Startschuss nicht geben wollte, bekamen wir davon nicht viel mit. Ich kam gut weg. Neben mir Peter wie im letzten Jahr. Den wollte ich mir schnappen aber er kam nicht so recht vom Fleck. Na gut, dann allein. Erst die Linkskurve geschnitten und dann allmählich nach rechts, damit ich nicht an der Leiter vorbeitreibe. Irgendwann sah ich dann auch noch Maik neben mir. Da dachte ich eigentlich, dass ich gut liege nach dem Schwimmen, musste dann aber doch feststellen, dass wir schon 30 sek hinter Tiger, Fritze, Ulf und Karsten waren.

40 km Rad

Der Wechsel ging recht gut. Ich war jedenfalls vor Peter und Maik auf dem Rad. Jetzt sollte es dann eigentlich so schnell wie möglich an die Spitze gehen. Ich kam aber nicht in Fahrt. Ging nicht. Keine Kraft. Karsten überholte ich nach 5-6 km. Der sah genauso schlecht aus wie ich mich fühlte. An der ersten Wende nach 17 min. Das kann nichts werden! Ok der Rückweg ist kürzer, weil es ja nur bis zum Kreisverkehr geht. Aber in 12 min??? Auf dem Rückweg stellte ich erstaunt fest, dass sehr sauber gefahren wurde. Es ärgerte mich um so mehr, dass ich so lahm war. Steffen war so dicht hinter mir, dass ich es kaum glauben konnte. Jens sowieso. Ich hakte das Rennen innerlich schon nach weniger als die Hälfte als Streichresultat ab. Das wäre dann Nummer zwei. Irgendwann kam mir Marco entgegen. Das waren mindestens 5 km Rückstand, schätzte ich. Das passte wiederum gar nicht zu Steffens Position. Ich war verwirrt. Die Hitze machte mir zu schaffen. Ich trank und versuchte mich daran zu erfreuen, dass ich nicht den Zeitfahrhelm aufhatte, sondern den gut belüfteten. Schwacher Trost. Am Kreisverkehr war ich immerhin noch unter einer halben Stunde. Aber wie sollte ich unter einer Stunde bleiben? Schneller würde ich auf der zweiten Runde nicht mehr. Dann kam Dirk vorbei und ich konnte nichtmal sein Tempo aufnehmen. Furchtbar! Das ist das Alter – jetzt hat es mich, dachte ich mir. Ich freute mich auf den schattigen Lauf entlang der Saale.

10 km Lauf

Der Sprecher kündigte mich euphorisch an, rief mir aber über Lautsprecher gleich nochmal ins Gedächtnis, dass jetzt meine schwächste Disziplin kommt. Vielen Dank – man stelle sich vor, wo ich gelandet wäre, wenn ich da nicht dran gedacht hätte. So trottete ich aber los wie üblich.

Ich ging als fünfter Einzelstarter auf die Laufstrecke. Das klang noch ganz gut. Mein Lauftempo fühlte sich allerdings nicht nach „Platz halten“ an. Eric Michel lief gleich vorbei. Als nächstes Olaf Ueberschär, der ziemlich schnell kleiner wurde. Tiger kam mir als erstes entgegen – schon raus aus der Schleife. Mann, war ich langsam! Irgendwann verlor ich dann Platz um Platz. Steffen, Jens, Rodrigo, Karsten und viele mehr. Tobi hat dann nun auch sein Ziel erreicht, mich zu schlagen – Glückwunsch! Ich hatte gedacht, dass ich das noch ein wenig rauszögern kann.

Gegen Ende der ersten Runde ging es etwas besser und ich stoppte mal die Zeit. Die zweite Runde war insgesamt deutlich angenehmer, weil ich mich tatsächlich im Schatten ein wenig abgekühlt hatte und sich mein Elend relativierte. Unterwegs gab‘s nämlich jede Menge davon. Ich war bei weitem nicht der Einzige, dem es schlecht ging. Andreas rief mir aufmunternd zu, dass Dirk schon langsamer wird. „Als wenn ich den noch einhole“, dachte ich mir. Und da lag er dann. Ganz großes Kino – quer über den Weg, so dass man fast durch den Wald musste, um vorbeizulaufen. Hilfe war schon da. Ich überlegte kurz, ob ich anhalten sollte. Stellte dann aber fest, dass ich außer einem feuchten Einteiler nichts dabeihatte, dass ihn hätte kühlen können und lief mit schlechtem Gewissen vorbei. Auch die Frage „alles OK?“ verkniff ich mir. Weiter!

Mit begrabenen Vorsätzen läuft es sich eigentlich ganz gut. Aufgeben ist den Gedanken nicht wert – also Tempo erträglich hoch halten und dann sind 10 km eben auch nur 10 km.

Tatsächlich lief ich die zweite Runde eine ganze Minute schneller als die erste. Plätze habe ich allerdings nicht wieder gutgemacht. Wie jede Quälerei ging auch diese vorbei und zum Glück stellte ich erst zu Hause fest, dass ich sage und schreibe neun Minuten langsamer war als im Vorjahr.

Als ich dann im Ziel von Pleiten, Pech und Pannen rund um den Start erfuhr, relativierte sich die Enttäuschung noch weiter und ich stellte fest, dass es doch irgendwie mal wieder Spaß gemacht hat. Schmeiß den Grill an!

>>>>> Bilder >>>>>