Endlich wieder Teamtri

Foto: Die Erlösung – Karsten wartet am Beginn der Gasse auf mich, weil er nicht sicher war, ob ich‘s noch bis zum Ende derselben schaffe …

Magdeburger RIEMER-Teamtriathlon

Donnerstag, 8. September 2011

Seit wir im Jahr 2005 die Organisation vom alten Vorstand übernommen haben und ich die Gesamtleitung mache, hatte ich mich nicht mehr an einen Start herangetraut. Im letzten Jahr hatten wir schonmal damit geliebäugelt, Tiger hatte aber schon ein anderes Team. Also sollte es dieses Jahr sein. Karsten hatte seit Bernburg keinen Bock auf Triathlon, meine Saison war ziemlich durchwachsen und Tiger machte in Arendsee und Löderburg auch nicht mehr den allerfrischesten, war aber trotzdem noch besser drauf als die meisten im Lande. Wir waren uns einig, dass wir mal gucken würden, was geht, aber nicht zu viel erwarten sollten. Fiko wurde uns von Fritze als unschlagbar angekündigt. Egal. Wir wollten uns mal schön auf Täves Jungs und wenn wir einen guten Tag haben sollten, auch auf Ulf, Fritze und Marcel konzentrieren. Vor dem Rennen lag ich die halbe Nacht wach, weil ich wieder zu wenig aufgeschrieben hatte und mir nun durch den Kopf ging, was wohl alles vergessen wurde. Nicht ganz ideale Vorbereitungen. Bei Karsten war wohl auch was schiefgelaufen am Morgen – er wollte am liebsten gar nicht starten. Tiger hatte die richtige Lockerheit und gute Laune und schuf mit dem Abholen der Startunterlagen erstmal Tatsachen. Mir ging‘s mir jeder Minute besser, als sich das Gelände füllte, wirklich alle Helfer kamen (der Alptraum des Organisators) und das Wetter nicht zu schön wurde, so dass nicht mit einem Massenansturm an Badegästen zu rechnen war, die uns die Einfahrt verstopft hätten. Ich arbeitete meine Checkliste ab und es lief wie am Schnürchen: Wechselraum fertig, Schwimmstrecke fertig, DJ, Tommy, unseren Sprecher, Krankenwagen und die Polizei begrüßen, kurz quatschen und weiter. Nebenbei 1000 Fragen beantworten und nicht vergessen, das Rad zusammenzubauen, noch ein Brötchen zu essen, Neo und Startnummer bereitzumachen. Karsten wurde dann wohl auch vom geliebten Kribbeln gepackt und so legten wir die Neos an. Schnell noch die Einweisung für alle machen und dann ging es auch schon los. Einschwimmen war natürlich nicht mehr möglich, ich schaffte es gerade mal noch, meine Brille nass zu machen.

Ich war zweiter Starter, Tiger schwamm an. Die ersten kamen raus, doch wo blieb Tiger? Zum Glück war Fritze auch noch nicht zu sehen. Dann kamen sie. Ganz schön weit hinten 8. und 9. Sind die wirklich alle so gut heute? Leider ein paar Schritte hinter Thomas. Das hatte ich mir anders vorgestellt. So rannte ich dann Ulf hinterher. Wohl wissend, dass er schneller anschwimmt als ich, versuchte ich dennoch, seine Füße zu erreichen. Das klappte natürlich nicht, der Versuch machte mich aber schneller. Ich überholte immerhin 3 Teams und war zu Dirk aufgeschwommen, der von Fischi immerhin eine halbe Minute Vorsprung mitbekommen hatte. Ulf war auch nicht soo weit weggekommen. Ich war erstmal nicht unzufrieden. Mal gucken. Karsten kann eigentlich immer schnell schwimmen. Allerdings war er seit Juni vielleicht zwei, drei Mal mit mir im Wasser. Ach der macht das schon! Als Marcel dann aber vor ihm aus dem Wasser stieg, war klar, dass es selbst bei ihm nicht ganz ohne Training geht (allerdings schwimmt er damit immernoch schneller als ich …)

Platz fünf nach dem Schwimmen mit ein paar Sekunden auf Fritze und 2 min auf die Spitze. Vor uns noch zwei Mixed-Teams, die wir sicher holen würden. Das war erstmal ‘ne ordentliche Ausgangsposition. Tiger fuhr stark und kam kurz hinter Fritze als Dritter zurück. Ich fuhr erstmal ruhig los und überholte Ulf im Anstieg zur Schleuse. Ich kam ganz gut ins Rennen, fühlte mich aber auch nicht so richtig wohl. Ulf blieb dran. Klar, der motivierte sich natürlich extrem daran, dass er dranbleibt. Ich ließ mich davon nicht beirren, und fuhr mein Tempo weiter. Das würde ich sowieso nicht ändern können. Entweder er würde das Tempo halten oder irgendwann platzen. Ich konzentriere mich auf die Spitze. Eigentlich wollte ich als Führender zurückkommen. Es würde knapp werden. Verdammte vier Sekunden fehlten mir am Ende. Allerdings hatte ich gerade Mal drei Sekunden Vorsprung vor Ulf, der stark gefahren war. Das war sicher nicht meine beste Radleistung des Jahres. Um so erfreuter war ich, als ich hörte, dass Karsten die Führung übernommen hatte. Zumindest für ein paar Minuten, dann fuhr Marcel vorbei. Von Täves Leuten war nach dem Schwimmen erstmal noch nichts zu sehen. Zwei Minuten hatten sie nach dem Schwimmen. Fischi hatte dann zwanzig Sekunden auf Tiger gutgemacht, Dirk allerdings dann wieder 45 sek auf mich verloren. Aber Marco hatte mir ja schon angekündigt, dass er sich die beste Radzeit holen wollte. Tatsächlich kam er vor Karsten reingefahren, der sich gut verkauft hatte, aber dann doch auf dem Rückweg offensichtlich noch ein wenig dicke Beine bekam. Fritze war mit anderthalb Minuten Vorsprung losgelaufen. Dann Tiger und Fischi und von hinten kam Fiko mit Siebenmeilenstiefeln. Tiger lief sensationell, was aber keiner bemerkte, weil er zwar Fischi abhängte, aber von Fiko kassiert wurde. Jetzt also ich! Es lief sich erstmal nicht so schlecht wie befürchtet. Den Fiko-Läufer konnte ich sogar auf der Straße am Kanal noch sehen – er lief offensichtlich nicht so schnell wie sein Vorgänger. Allerdings kam – tap tap tap – Dirk schon nach weniger als einem Kilometer von hinten vorbei. Platz vier und Zweiter in der Landesmeisterwertung. Das ist ja gleich zweimal Höchststrafe! Ich rannte was ich konnte. Nach zwei km hatte ich den Puls, bei dem ich auf dem Laufband den Test abgebrochen hatte. Aber Teamtri ist anders. Es geht immer noch mehr. Dirk war zwar weg, aber immer noch zu sehen und wenn Karsten irgendwas kann, dann laufen, dachte ich mir. Für Außenstehende war wahrscheinlich nicht zu sehen, wie schnell ich tatsächlich lief – aber auf dem letzten Kilometer hatte ich permanent Angst, dass mir die Beine wegsacken. Endlich Karstens rettende Hand – Transponder rein da und fertig! Geschafft. Jetzt ging das Warten und Hoffen los. Marcel lief einen sicheren Sieg nach Hause, dann Fiko. Doch wo waren Marco und Karsten oder Karsten und Marco? Das ist das Größte beim Teamtriathlon, dass man fertig und doch nicht fertig ist. Ich war aufgeregt wie ein kleiner Junge und reckte meinen Hals um irgendwo den gelben Einteiler zu sehen. Verdammt, da kommt Marco. Und Karsten nicht in Sicht. Hat nicht gereicht. Ich war zu langsam. … Neeeee! Isser nicht, isser nicht, das war gar nicht Marco! Wieder ein Blick zu den Volleyballfeldern und dann Karsten! Ogottogottogottogott! Und dahinter gleich Marco! Ich fasse es nicht! Er schafft es! Oder sprinten sie noch? Nein, Marco ist geschlagen! Wir sind Dritter! Wow! Dritter! Was für ein Rennen!!!

Ein bisschen unfair: Tiger war eindeutig der Beste im Team und ist auch viel schneller als Karsten gelaufen, geschwommen und gefahren – aber Karsten hat‘s gerissen und ist der Held. Egal – Tiger wird es verkraften und darf nächstes Mal als Letzter starten. :-)

Meinen Respekt an Marco, Fischi und Dirk (und auch an Matze). Ihr habt uns ganz schön gejagt – die ganze Saison über. Naja und mich sowieso meist schon abgekocht. Aber egal, was nächstes Jahr ist: Einmal haben wir‘s euch noch gezeigt! YESSSSSS!

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