Endlich ein normales Rennen

Foto: Hochkonzentriert geschwommen – Arm blieb in der Schulter

Altmarktriathlon

Samstag, 9. Juli 2011

Als ich während des Warmfahrens Andreas noch ein paar Tipps zum Schwimmstart gab, riet ich ihm unter anderem, wo er sich zum Schwimmstart aufhalten soll und sagte spaßeshalber auch noch genau, wer dort außer mir zu finden sein wird. Und so war es dann auch: Patrick, Jens, die Rövers – alles wie immer.

1.500 m Schwimmen

Der Startschuss kam nicht so unerwartet wie sonst und ich kam gut weg. Zunächst war ich an Patricks Füßen, hatte aber irgendwie Bedenken. Ich wollte doch konzentriert schwimmen wegen meiner Schulter. Also ließ ich ihn ziehen, als es anstrengend wurde und schwamm schön außen. Nach der ersten Boje orientierte ich mich neu und sah, dass ich recht weit vorn war. Ich ordnete mich hinter einem Mädel mit gelber Badekappe ein. Nach der zweiten Boje ließ aber sie reißen und ich ging vorbei. Ich war drauf und dran, wieder zu der Gruppe aufzuschließen, merkte dann aber doch ein – zwei Mal, dieses eklig lockere Gefühl in der Schulter. Ich ließ es abermals sein. Wir schwammen nebeneinander. Dann ließ ich sie wieder vor, um Kräfte zu sparen. An jeder Boje prüfte ich den Rückstand zur Gruppe vor uns. Es waren etwa 20-25 Züge – also vielleicht 30 Sekunden. Alles im Rahmen. Zu Beginn der zweiten Runde hatte ich mich so gut eingeschwommen, dass ich wieder vorbeiging. Der Rückstand blieb gleich und hinter uns tat sich schon ein ordentliches Loch auf. So ging es mir eigentlich die letzten Jahre immer und ich war guter Dinge. Den Rest der Schwimmstrecke konnte ich den Rückstand in etwa konstant halten und bereitete mich im Kopf auf den Wechsel vor. Als ich in den Wechselgarten lief hörte ich sogar noch den Namen Röver. Also alles im grünen Bereich. Der Wechsel ging schnell. Uhr andrücken, ich fiel beim Rauslaufen fast über mein Rad. So ist das, wenn man alles auf einmal machen will.

43,5 km Rad

Vorn sah ich sie noch um die Ecke fahren, als ich auf die Straße kam. Ich lag besser als ich befürchtet hatte! Zügig losfahren aber nicht überziehen, das ist die Kunst in Wischer. Ich holte sie noch vor Bilberge – also nach ca. 7-8 Minuten. Alle hintereinander – mit ordentlichem Abstand: Patrick, Matze, Tiger, Ulf und Fritze. Aber sie haben auch trainiert und lassen mich nicht mehr so einfach davonfahren. Ortsausgang Storkow, wo es etwas bergauf geht, kam Fritze sogar noch mal vorbei. Kurz vor Staffelde war er dann wieder weg. Martin kam jedoch nicht in Sicht. Die erste Runde fuhr ich in 21:21 min inklusive Rauslaufen – das war ziemlich gut, die zweite musste schneller werden. In der zweiten lief es dann auch wirklich besser. Ich drehte mich nicht mehr um. Gegen Ende der Runde begannen endlich die Überrundungen – gut gegen die Einsamkeit auf der Strecke und noch wichtiger: Martin kam in Sicht. Ich nahm mir vor, noch vor Start-Ziel die Führung zu übernehmen. In Arnim fuhr ich vorbei. Endlich – zum erstem Mal dieses Jahr in Führung! Ein gutes Gefühl. Schnell noch die Rundenzeit nehmen: 20:54 min – sehr gut! Meine Bestzeit liegt irgendwo knapp unter 1:04 h. Schwer zu schaffen. In der dritten Runde war dann der Wind schon deutlich stärker als in der ersten und da auf den freien Flächen hauptsächlich Gegenwind war, freute ich mich, dass der Motorradfahrer hin und wieder träumte und zu dicht vor mir herfuhr, wenngleich er mich auch zweimal in Kurven ausbremste. Es wurde warm. Der Wechsel mit Reinfahren und Rauslaufen dauert etwa zwei Minuten und nach 1:04:53 h (die Zeit im Ergebnis stimmt nicht) ging ich als Erster auf die Laufstrecke. Aber Martin kam schon reingefahren, als ich rauslief.

10 km Laufen

Zwei Minuten Vorsprung ungefähr. Naja, dann werde ich ihn wohl bald wieder sehen, dachte ich mir. Keine Ahnung, wie es dahinter aussah. Ich lief also frohen Mutes los. Die Strecke ging dieses Mal andersherum, was ich ziemlich angenehm fand. Marisa und Lola warteten am Auto auf und feuerten mich an. Das tat gut. Wasserstellen waren ausreichend vorhanden und die Hitze war dann doch nicht so schlimm, wie ich auf dem Rad befürchtete. Schon nach 4 km kam Martin vorbei. Und gleich danach auch Matze mit Pascal Windhage. Schöner Mist! Die beiden waren auch sofort an Martin vorbei und ich dachte mir, dass Martin bis eben ja mit dem Sieg gerechnet haben wird und da er noch neu im Geschäft ist, würde ihm das deutlich mehr ausmachen als mir, der schon etliche Male die Führung auf der Laufstrecke aus der Hand gegeben hatte. Ich versuchte, ihn nicht aus den Augen zu verlieren und rechnete mit einem Einbruch. Schließlich hatte er ja die eine Minute vom Schwimmen zwei Radrunden halten können und dann auf der dritten satte zwei Minuten verloren. Am Start/Ziel vorbei wurde es dann unübersichtlich. Ich rechnete eigentlich damit, dass noch weitere aus der Radgruppe von Matze vorbeigehen würden. Aber bis km 7 war erstmal Ruhe. Dann kam Fritze. Nicht gerade so schnell wie gewohnt, aber doch zu schnell zum Mitlaufen. Ich sagte ihm, das Martin kurz vor uns noch zu sehen sei und dass er den holen muss. Doch er kam kaum von mir weg. Was  war das denn? Meine Kilometerzeiten lagen immer so um die 4:10 bis 4:15. Zumindest auf den mittleren Kilometern der Runde. Der erste und fünfte waren irgendwie länger. Ich erhöhte das Tempo. Vielleicht würde ja noch was gehen. Und von hinten wollte ich eigentlich keinen mehr vorbeilassen. Auf der Straße von Arnim zum Bad war es voll. Nach vorn hatte ich noch die Orientierung, sah Fritze und Martin. Allerdings auch, dass ich keinen von beiden wieder einholen würde. Nach hinten ist’s ja immer ein bisschen schwerer. Aber es war sichtbar, dass da keiner mehr kam, den ich nicht gerade überrundet hatte. Ich hielt das Tempo hoch und lief als fünfter ins Ziel. Fritze hatte Martin nicht mehr geholt. Matze wie im Vorjahr Zweiter, bekam von mir erstmal den schlauen Hinweis, dass ich mindestens zehn Jahre hier gestartet bin, bis ich mal gewonnen habe. Hat ihn bestimmt sehr getröstet … Ulf und Tiger kamen dann nach mir rein. Naja, dann war das also mein erster wirklich guter Wettkampf dieses Jahr. Endlich mal in der Wertung und wir haben 20 Punkte geholt. Zwar geteilt mit TTT – aber egal. Wir führen und wir werden wieder Meister!

Auf nach Roßbach!

>>> Bilder von Katrin >>>