2012

Löderburg – Platz 8

Der unbemerkte Sieger. Leider völlig untergegangen ist Tigers überlegener Sieg in der Rangliste.

Gaensefurther Triathlon

Sonntag, 26. August 2012

Es scheint eine Letzte-Augustwochen-Wetterlage zu geben in der Region: Trocken, sonnig bis wolkig und stürmischer Wind. Ich kann mich kaum erinnern, dass mal anderes Wetter in Löderburg war. Südwest war es dieses Mal und der ansteigende Teil der Radstrecke ging genau in diese Richtung. Ich kannte die Strecke nicht und so sind wir sie auf dem Hinweg nochmal mit dem Auto abgefahren, was nicht die schlechteste Idee war, so konnte ich mir „das Ding“ wenigstens im Kopf zurechtlegen.

Vor Ort sah ich dieses Mal zu, nicht wieder die Zeit zu vertrödeln und schaffte es sogar, mich ordentlich einzuschwimmen.

750 m Schwimmen

Als ich vom Strand aus die Bojenkette entlangschaute, sah ich den Nichtschwimmerbereich in Form einer Boje und eines Leinendreiecks in unsere Schwimmbahn hineinragen. Und wie das mit Nichtschwimmerbereichen so ist, war das gleich am Anfang der Strecke. Somit würden also alle von links versuchen, auf dem kürzesten Weg zur Wendeboje zu kommen und alle von rechts, herum um den Nichtschwimmerbereich. Gedränge war vorprogrammiert. Ich beschloss, den direkten Weg zu nehmen – über die Leinen hinweg. Der Startschuss kam unvermittelt, ich stand nicht ganz in der ersten Reihe, war aber sofort im Wasser, fast rechts außen. Aber leider nur fast. Franzi schwamm rechts neben mir und wie ich‘s mir gedacht hatte, war links alles zu und Franzi kam von rechts. Ich überlegte kurz, ließ sie noch etwas vor, damit sie nicht ertrinkt und schwamm dann geradeaus – erst über ihre Beine und dann über die Leinen. Bahn frei! Das machten außer mir nicht wenige. Kurz darauf kam Franzi wieder von hinten und ich dachte kurz daran, mich hinten reinzuhängen. Aber nicht nur, dass sie ein wenig zu schnell ist, vor allem diese Beinarbeit – dahinter kann ich nicht schwimmen! Ich versuchte es also allein. Das ging sehr gut und nach der ersten Linksabbiegung merkte ich, dass es zu gut ging. Das bedeutete, ich war zu langsam. Ich erhöhte die Frequenz und kam sofort von meinen Begleitern weg. Vertrödelt! Nach der zweiten Boje dann auf dem Rückweg sah ich eine Gruppe vor mir mit Christian Damboldts pinker Badekappe. Der war ja neulich nicht weit nach mir aus dem Wasser gekommen – aber vor mir? Alle schwammen für meine Begriffe zu weit links. So hatte ich freie Bahn und überholte wirklich gut. Auch die Gruppe mit Christian. Als ich dann beim Rauslaufen Ulf direkt vor mir hatte, dachte ich, dass alles wieder gut sei. Auch Olaf Ueberschär war neben mir. Also genau meine Gruppe. Wir stiegen alle drei zusammen aufs Rad und schon beim Rausfahren sagte der Wind „hallo“. Voll von vorn. Dann draußen auf der Straße blies er von links vorn. Leichte Schräglage. Ich war mir nicht sicher, ob ich schwere Beine hatte oder ob es nur wirklich einfach schwer ging. Zumindest konnte ich mich vor Ulf und Olaf setzen. Natürlich folgten sie. Wäre ja auch in Ding, wenn ich die beiden schon beim Losfahren abhänge. Wieder Tony Hebsacker. Dieses Mal überholte ich ihn erst auf dem Rad! Die jungen Dessauer werden langsam besser. Wann werden die mich wohl das erste Mal schlagen? Na heute jedenfalls noch nicht, dachte ich mir und fuhr vorbei. Ich war 24. nach dem Schwimmen. Vierundzwanzigster! Was ist das? Klar ist Löderburg immer besser besetzt als andere Wettkämpfe aber VIERUNDZWANZIGSTER? Ich überholte viele sehr junge – also Jugendliche und auch Mädels. Na gut, die schwimmen einfach besser. Kurze Abfahrt nach Schneidlingen rein und dann ging es los. Immer schön leicht ansteigend und ein ordentlicher Wind. Da ich hinten zwar ein 10fach-Ritzel drauf habe, aber nur die untersten 6 schalten kann, gelangte ich recht schnell an die Grenzen meiner Übersetzung. 56 x 16 trat sich nicht wirklich flüssig und ich überlegte mehrmals, auf das kleine Blatt zu schalten. „Das ist aber nur fürs Training und zum Langsamfahren“, sagte das kleine Männchen in meinem Ohr und ich ließ das große drauf. So stampfte ich dann an Sucki, Maik und Tiger vorbei. Tiger? Wieso denn schon Tiger? Ich hatte den Überblick verloren, wie ich im Rennen lag. Es wurden weniger auf der Strecke, Ulf und Olaf waren weg. Ein gutes Zeichen. Dann endlich der Abzweig zum Flughafen. Ab hier nur noch Rückenwind! Ein grüner Einteiler kam zügig näher. Krell stand hinten drauf und es waren erst 18 km gefahren. Ich musste wirklich schon weit nach vorn gefahren sein. Schön! Ich drückte ordentlich drauf, Kontrollblick Windschatten nach hinten. Aber er war schon deutlich zurück. Die Abfahrt war wieder ein Erlebnis aber der Wind war schonmal schlimmer gewesen. Keine größeren Probleme. Ich legte mich schön flach auf den Aerolenker und musste irgendwann rollen lassen. Die Geschwindigkeit stieg trotzdem weiter. Den kleinen Gegenhügel im Stehen mit fast 50! Rückenwind macht‘s möglich. Und dann die zweite Abfahrt bis zur Tankstelle. Zack, hatte ich den nächsten Potsdamer. Und weiter mit 50, 60 km/h nach Groß Börnecke. Die letzten Kilometer zum See flogen an mir vorbei und ich wusste immer noch nicht, wie ich lag. Ich raste auf den Bogen zu, den mir Steffen extra vorher als Absteigegrenze gezeigt hatte und suchte trotzdem nach einer Linie. Kam aber keine und ich sprang bei gefühlten 40 km/h vom Rad. War natürlich weniger, ich knallte aber trotzdem mit den Füßen hart auf den Asphalt, so dass ich wusste, dass ich da wieder mehrere Tage was von haben würde. Den Schwung vom Absprung konnte ich sogar noch mit in den Wechselgarten nehmen, so dass ich schnell an meinem Platz war. Wieder sagte niemand, der Wievielte ich war. Die Frage bekommt man fast nie beantwortet. Ein Blick genügte: Vier Fahrräder standen da. Fritze lief gerade raus. Fünfter. Geht doch!

Gut 4 km Laufen

Die Laufstrecke führte dort raus, wo man sonst reinlief. Also erstmal Asphalt und erstmal Rückenwind. Das ging gut los. KM 1 deutlich unter 4 min. Aber der zuletzt überholte Potsdamer lief trotzdem schon wieder vorbei. Dann rechts rum auf den Damm und voll gegen den Wind. Dann über einen Feldweg. Die Runde war schon fast zu Ende, da piepte erst der zweite Kilometer auf der Uhr. Schön! Aber da kam Philip Krell auch schon wieder vorbei. Ich sah Steffen und kurz dahinter Conrad loslaufen. Aber das waren fast hundert Meter, die würde ich wohl auch Conrad nicht abnehmen, um eine Überrundung zu feiern. Aber ich versuchte es. Der dritte Kilometer war dann schon wieder etwas schneller – aber Conrad war eben auf seinem ersten. So ein Duell ist das beste Mittel, von hinten keinen rankommen zu lassen. Allerdings kein probates gegen Olaf. Der kam anfangs der zweiten Runde. Platz 8 jetzt also. Ich versuchte nochmal ersthaft, schneller zu laufen. Gute vier Kilometer muss man doch in einem ordentlichen Tempo hinbekommen. Ich drehte mich um. Das reicht. Da kommt keiner mehr ran. Und ab ins Ziel!

Gleich hinter mir Tiger und Ulf. Fritze auf vier. Ich bin sogar zweiter der Liga. Hätte ich gar nicht erwartet, vor allem nach dem schlechten Schwimmen. Aber gut, „die anderen hatten auch eine lange Saison“, meinte Ben vorher noch. Sieht ganz danach aus, dass er Recht hatte.

Wir belegen sogar die ersten 4 Plätze der Ligawertung. Junge, Junge!

Wir sind Meister, haben zum ersten Mal 8 von 8 Rennen gewonnen und außerdem die ersten 4 Plätze in der Rangliste. Wenn das keine gute Saison war!

Siegerehrung?

Die Ernüchterung dann noch am Ende der Siegerehrung: Nachdem nun kaum noch jemand da ist, werden die 6 ersten Mannschaften der Liga und auch die ersten 6 der Rangliste nichtmal mehr auf die Bühne gebeten. Es wird nur verlesen. Ein wirklich peinlicher Auftritt des teilweise anwesenden Vorstandes. Erneut wird deutlich, dass die Landesliga dem Verband ziemlich egal zu sein scheint. Was auf der Jubiläumsparty nochmal ein Höhepunkt des Abends war und auch im letzten Jahr in Löderburg ein schöner Moment war, als alle zusammen auf der Bühne waren: Jubeln, Gruppenfotos, Späße machen, endet dieses Jahr in einem „Na denn, macht‘s gut!“

Aber na klar, wir machen das ja auch nur für uns und der Spaß daraus kommt aus den Duellen Woche für Woche und der Rechnerei nach dem Rennen, „ob es gereicht hat“. Aber wenn der Verband weder in der Lage ist, die Liga auf der Internetseite zu begleiten (außer hin und wieder mal ein Ergebnis online zu stellen), noch die Ehrung in einem gebührenden Rahmen vorzunehmen, dann muss er sich die Frage, wozu man denn einen Verband braucht, gefallen lassen. Ich weiß sehr gut, dass Verbandsarbeit ein Haufen Ärger ist, den einem keiner dankt. Aber so macht ihr euch und eure Arbeit auf keinen Fall populärer.

Jetzt werden die Pokale also wieder auf der Veranstalterkonferenz unter Ausschluss der Öffentlichkeit an einen oder zwei Delegierte vergeben. Viele der Sportler werden sie dann wohl nie zu sehen bekommen. Am besten wir bestellen uns die Pokale selbst im Internet und verrechnen das Geld mit den Verbandsabgaben. Die Siegerprämien überweist den Vereinen bitte auf die Konten. Und dann legen wir einen Tag und eine Uhrzeit fest, zu der alle Triathleten im Lande sich erheben und klatschen. Das wird ein großer Moment, an den wir Athleten uns noch lange erinnern werden!

Ich schlage den 13. November vor, 5:37 Uhr, damit uns auch alle hören!

Sport frei!

Arendsee – Platz 4 trotz Formtief

Andreas, Conrad, Norbert und ich (v.r.n.l) – bereit für den Olympischen

Arendseetriathlon

Samstag, 11. August 2012

Urlaub ist kein Trainingslager. Die Erfahrung, dass ich nach dem Urlaub nicht so gut drauf bin, habe ich in den letzten Jahren immer wieder gemacht. So hatte ich dieses Jahr von vornherein beschlossen, nicht in Arendsee zu starten. Dann konnte ich es aber doch nicht lassen. Es gab mehrere Gründe, nicht auf einen Start zu verzichten: Ulf war vor mir in der Rangliste, obwohl ich ihn in jedem Rennen besiegen konnte. Aber er hatte in Kelbra, wo ich nicht am Start war so gut gepunktet, dass er mich überholt hatte. Heute war er nicht am Start – so dass ich „zurückschlagen“ konnte. 94, 5 Punkte, um Bergwitz in ein Streichresultat umzuwandeln. „Na das werde ich doch wohl schaffen“, dachte ich mir so … Außerdem wollte ich die RIEMER/MTC-20-Punkte-Serie nicht versauen. Fritze und Tiger hätten ja allein keine 20 machen können. Und schließlich hatte ich mich überzeugen lassen, dass man sich das mit der veränderten Radstrecke erstmal angucken sollte, bevor man sich eine Meinung bildet.

So nahm ich also nach 5 Stunden Urlaubsrückfahrt, Auto bis nachts um eins ausräumen, frühmorgens mein Zeitfahrrad dreckig von der Wand, packte einen Lappen und Öl ein und setzte mich ins Auto nach Arendsee, um nachzumelden. Schnell informiert, was alles anders ist, Rad geputzt und geölt, warmgefahren. NAJA! Gute Beine fühlen sich anders an.

1.500 m Schwimmen

Ich hielt mich ganz links schön aus allem Gedränge heraus und fand sehr schnell meinen Rhythmus. Da ich mich gut fühlte, war mir klar, dass ich zu langsam schwamm. So schaute ich mir die Gruppe an, die etwa 15 m vor mir war und beschloss hinzuschwimmen. Das ging auch recht gut und ich war recht bald dran. Hinterhängen wäre dämlich, wenn ich so leicht rangekommen war. Während ich nebenher schwamm, testete ich, mit welcher Beinschlagvariante ich heute schneller war und tatsächlich machte ich mit weniger Beinschlag mehr Boden gegenüber meinem Nebenmann gut als mit mehr. „Super“, dachte ich mir, strengt ja auch nicht so an. Ich erkannte, dass ich gerade Maik überhole und hatte kurz die Hoffnung, dass auch die Rövers in der Gruppe sind. Weiter vorn – schon weit mehr als 50 m sah ich das Wasser bis zum Himmel spritzen. Das konnte nur Franzi sein und da würden sie natürlich dranhängen. Schade! Aber außer dieser Gruppe war da keiner mehr. In meinem Übermut erhöhte ich das Tempo und versuchte auch da wieder ranzukommen, was aber nicht so recht gelingen wollte. Im Gegenteil. Während die vorn wegschwammen, schlug mir einen Hand auf den Fuß. Aha- die hingen jetzt also hinter mir. Gegen Ende der Schwimmstrecke erhöhte ich wieder das Tempo und sah die Ersten aus dem Wasser steigen. Das musste schon mehr als eine Minute sein. Um so erfreuter war ich beim Rauslaufen, dass die Gruppe hinter mir hatte reißen lassen. Das waren zwar nur 15 m – aber immerhin.

 

40 km Rad

Schnell aufs Rad und ab die Post. Erst auf der langen Geraden zur ersten Abbiegung nach Schrampe konnte ich vor mir wen sehen. Hm, da würde ich ganz schön reintreten müssen. Franzi hatte ich bald und an der ersten Wende sah ich dann, dass hinter Tiger und Fritze noch Hendrik Friedrichs war. Ich war also Vierter. Hinter mir Cornelius Wermann, dann Maik, einer den ich nicht kannte und dann mit gut 2 min Rückstand Tony Hebsacker, von dem ich bis dahin nichtmal wusste, wie er Rad fährt oder läuft, weil ich ihn noch nie so weit vorn bemerkt hatte. Erst nach 3 min kamen die ersten, denen ich irgendwie zutraute, mir gefährlich zu werden: Jens Eckhardt, Dirk Mädicke und Uwe Köhn. Die aber schon mit 3, 4 und 5 min Rückstand. Mir war also schon nach 10 km Rad klar, dass ich heute Dritter oder Vierter werden würde, wenn ich nicht besonders gut oder besonders schlecht drauf sein würde. Besonders gut schied schonmal aus, da sich das Radfahren überhaupt nicht gut anfühlte. Ich kam zumindest an Hendrik ran und schnappte ihn mir noch vor dem Ende der ersten Runde. 35 sek auf die Spitze wurde mir zugerufen, naja, geht doch. Meist geht es ja auf dem zweiten Teil der Radstrecke besser und so trat ich rein und wartete auf Besserung. Hendrik ließ recht bald reißen aber noch vor der nächsten Wende kam Cornelius vorbei. Ok, dann wird es der Vierte, war mir sofort klar. Und es wurde nicht besser. An die Spitze war ich nicht weiter rangekommen aber nach hinten waren die Abstände noch größer geworden. 4 min auf Dirk, mittlerweile 6 auf Uwe. Das sollte ja wohl reichen. Nach der zweiten Runde hatte ich wieder 5 sek auf die beiden vorn verloren. Jetzt wurde es aber richtig hart. Der Akku war leer, meine Beine Blei, mein Rücken tat weh, ich fuhr viel im Stehen und hatte dass Gefühl, dass gleich alle von hinten vorbeirollen und Jörg Gehne wieder fragt, ob ich mein Rad geschoben hätte. Nach der letzen Wende überprüfte ich wieder die Zeiten und Dirk hatte 10 sek gutgemacht. Die anderen waren sogar noch ein wenig zurückgefallen. Na gut ich litt also bei noch recht passabler Geschwindigkeit. Ich brachte es mit aller Kraft zu Ende und freute mich tatsächlich aufs Laufen, obwohl ich wusste, dass das eigentlich nichts Gutes werden konnte. Der Wechselraum war elendig lang und ich lief also als Vierter raus. Der Vorteil der alten Runde war, dass man beim Rauslaufen den Vorsprung auf die Verfolger kontrollieren konnte. Das ging nun nicht mehr, weil es gleich runter zum See ging. Dafür hatte mich aber auch keiner meiner Verfolger im Blick. Eigentlich besser.

10 km Laufen

Natürlich waren die Beine auch beim Laufen nicht gut. Hätte ja sein können, war aber leider nicht. Die ersten Kilometer in 4:16 min. Das war nicht so toll – aber auch noch kein Beinbruch. Wer vier Minuten Rückstand zulaufen will, muss erstmal 24 sek schneller sein pro km. Das traute ich aber nur Jens und Uwe zu und die hatte ich zuletzt bei über 5 min gesehen. Also 3:46 im Schnitt für die beiden. Nee, dass müsste reichen. Und wie ich das so dachte, hatte ich nach einem schnelleren Kilometer auch schon den ersten verbummelt. Also konzentriert die Beine in die Hand und weiter. Glücklicherweise war es im Schatten noch angenehm kühl. Auf der Freifläche auf der Gegenseite des Sees knallte die Sonne und ich war froh, als ich wieder in den Wald eintauchte. Im wahrsten Sinne des Wortes: Die kleinen Ab- und Anstiege machten mir unglaublich zu schaffen und ich war heilfroh endlich wieder in Arendsee zu sein, wo ich wusste, dass nur noch flache Wege kommen würden – bis auf den Schlussanstieg. Nachdem ab dem 2. oder 3. Kilometer alle Kilometerschilder etwa 500 m zu früh kamen, war nach km 9 Schluss. Kein Schild mehr. Aber noch jede Menge Strecke. Ich stellte mir vor, wie sich dass jetzt anfühlt, wenn man die Strecke nicht kennt. Vom 9-km-Schild waren es nach meiner Uhr nochmal 1,8 km. Da war ich nicht der einzige, dem der letzte Kilometer etwas lang wurde. Dann kam „endlich“ der Berg. Geschafft! Ich war auf der Zielgeraden – vor mir niemand, hinter mir niemand. Keinen Platz auf der Laufstrecke verloren und mit der schlechtesten Form des Sommers Vierter. Da muss man doch zufrieden sein! Tiger gewinnt vor Fritze und Cornelius, der mich mit einem Grinsen im Ziel empfing, weil ich ihn bei unserem letzten Aufeinandertreffen ordentlich abgekocht hatte. Aber für den hätte es heute wahrscheinlich auch in besserer Form nicht gereicht.

Alles in allem ist Arendsee doch noch Arendsee geblieben. Ich hatte schon befürchtet, dass viele Verschlimmbesserungen den Wettkampf kaputtmachen würden. Die Idee, dass die Queen am Schwimmziel abfährt fand ich sehr gut. Das mit dem Hin und Her zwischen den Wechselräumen und das mit den Bussen war schon ganz schön anstrengend, wenn man vor allem sein Rennen im Kopf hat. Die alte Radstrecke hat mir besser gefallen. Sicher ist es für die Zuschauer interessanter – aber an den Zeitstrafen sieht man doch, dass der eine oder andere etwas überrascht vom Überholverbot war. Ich hatte Glück und hatte freie Fahrt. Aber man verbringt ja doch schon einige Zeit auf der Marktrunde. Und wenn ich da ums Treppchen kämpfend warten muss, weil ich jemanden nicht überrunden darf, der sein Rad um die Kurven trägt, würde ich das ganz schön komisch finden. Entweder es geht „um die Wette“ oder nicht. Und dann möchte ich an der „attraktivsten Stelle“ auch schnell fahren dürfen. Andere richten auf solchen Kursen Radrennen aus.

Dass dann die Kampfrichter bei Philipp nichtmal den Mumm hatten, die Zeitstrafe zurückzunehmen als er eine Fotoserie zum Beweis lieferte, ist nicht Schuld des Veranstalters aber eine logische Folge dieser Streckenführung. Und das ist schade.

Aber höchstwahrscheinlich werde ich nächstes Jahr wieder am Start stehen …

Bilder von Ilona und Wolfgang Ronge

 

Roßbach – Platz 8

Der Start ging noch recht gut für mich …

Geiseltaltriathlon

Sonntag, 22. Juli 2012

Nach dem sehr guten Rennen in Wischer war mir klar, dass ich in Roßbach nicht so weit vorn landen würde. Einerseits war es viel zu gut besetzt, andererseits fehlte mal wieder das letzte Quentchen Spannung in mir.

Entsprechend unkonzentriert verbummelte ich denn auch die Startvorbereitungen und kam viel zu spät zum Wasser. Einschwimmen kam zu kurz und peng, ging es los.

750 m Schwimmen

Ich stand rechts. Peter neben mir kam gut weg und ich hinterher. Da die Boje recht früh kommt, machte ich ordentlich Tempo und war weit vorn, da wo das Feld schnell schmal wird. Es war schon abzusehen, dass es kein großes Gedränge geben würde und trotzdem ließ ich mich zu weit in die Boje drängen, berührte sie mit dem rechten Arm und im selben Moment war die Erinnerung an meine ausgerenkte Schulter vor ein paar Jahren wieder da. Das war keine gute Kombination mit dem hochgeschnellten Puls vom schnellen Losschwimmen. Ich bekomme Panik und schwimme ein paar Züge Rücken. Hilft nix. Nach rechts raus und Brustschwimmen. Es wird ein wenig besser. Badekappe ab und ohne Beinschlag weiterkraulen, um den Puls runter zu bekommen. Bis zur zweiten Boje Katastrophe. Ich versuche, mich zu konzentrieren, lasse mich an der Boje aber aus Angst viel zu weit abdrängen und schwimme einen Riesenbogen. Richtung Land geht es dann wieder. Vor mir eine langgezogene Gruppe. Die letzten beiden ca. 10 m vor mir und ich komme näher. Komisch! Beim Landgang sehe ich, dass es die Gruppe mit Tiger und Ulf ist. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Zwei Hechtsprünge und ich bin dran. Die Luft ist aber auch wieder so knapp, dass ich wieder Panik bekomme. Ich versuche, mich zu konzentrieren. Geht nicht. Ich schwimme schlecht, bleibe aber dran. Den letzen überhole ich und auf dem Weg zu Land schwimmt mir der nächste, den ich überhole ständig von der Seite rein. Das ist das Letzte, was ich jetzt gebrauchen kann. Ich checke, ob mein Kurs eventuell falsch ist. Nein, ich schwimme richtig und er mir wieder rein. Ich schiebe ihn mit Arm und Bein kräftig zur Seite. Er merkt es und lässt es. Ankunft. Ich bin gerettet! Keine Zeit, den Boden zu küssen! Ich sehe Ulf den Berg hochlaufen. Na das passt doch. Jetzt einen schnellen Wechsel und ich bin wieder dran. Es klappt!

30 km Rad

Nach dieser Katastrophe gehe ich als Siebenter mit nur 15 sek auf Tiger, der Zweiter ist und direkt hinter Ulf auf die Radstrecke. Ich vergesse schnell den Ärger und bin wieder voll im Rennen. Mike, Marcel und Olaf Ue. überhole ich irgendwie gleich auf dem ersten Kilometer. Aber der Blick ist fest auf Ulf gerichtet. Ich will nicht, dass er sich wieder an mir festbeißt, also lege ich ihn mir zurecht und fahre erstmal ruhig ran. An seinem Hinterrad klebt Peter, ein guter Indikator für die Geschwindigkeit. Als Peter am Anstieg aus dem Windschatten geht und Anstalten macht, vorbeizuziehen, ist der Moment gekommen. Ich gehe aus dem Sattel und mit Schwung vorbei. Rechtskurve auf den Acker möglichst schnell genommen und wieder im Stehen. Dabei komme ich auch zügig an Tiger ran und gehe vorbei. Ich habe gute Beine, fällt mir dabei auf. Ich müsste jetzt Zweiter sein hinter Fischi. Der ist allerdings nicht zu sehen und ich bekomme ihn auch nicht zu sehen. Die Ergebnisliste von Kelbra hat mir schon verraten, dass er mittlerweile ziemlich schnell auf dem Rad ist. Am Ende der ersten Runde – an der Abbiegung zur Abfahrt nach Roßbach – stoppe ich die Zeit auf die Verfolger. Schon über eine halbe Minute. Allerdings sehe ich sechs Mann hintereinander. Zwar mit Abstand aber naja … Ich bin pappesatt und drücke drauf. Bei der Ortsdurchfahrt brülle ich einen stehenden Kampfrichter an, der mich natürlich nicht versteht und fragend ansieht. Zum zweiten Mal den Anstieg hoch. Es rollt. Auf dem Acker nehme ich wieder die Zeit auf die Verfolger. 40 Sekunden. Einer vornweg, dann das Kamfprichtermotorrad und dahinter die anderen. Ich kann es nicht fassen. Das Motorrad fährt voran, statt von hinten zu beobachten oder einzugreifen. Das macht mich ausreichend wütend, um den Rest der Runde weiter schnell zu fahren. Ich rolle als Zweiter zum Wechsel.

6 km Laufen

Der Sprecher heizt das Publikum an, es wird ordentlich applaudiert. Schnell das Rad in die Ecke, Laufschuhe an und weg. Der Anstieg ist nicht gerade steil, macht mich aber doch langsam. Deutlich über 4 min ist nicht gerade das, was mich motiviert. Ich höre den Sprecher die anderen ankündigen. Ca. eine Minute. Naja, da werden wohl noch ein paar kommen. In der oberen Ebene schaffe ich es nicht, deutlich schneller zu laufen. Irgendwie bin ich nicht konzentriert oder bereit, mich zu quälen. Erst bergab und auf der Straße laufe ich schneller. Hier kommen nun aber schon Marcel und Olaf vorbei. Danach Tiger, der mir sagt, dass er es heute nicht auf einen Sprint mit mir ankommen lassen will. Haha, sieht von meiner Seite auch nicht danach aus. Irgendwann kommen auf noch Peter und Steve Rottig. Die Runde ist zu Ende und ich laufe das zweite Mal den Anstieg hoch. Wieder viel zu langsam. An der oberen Spitzkehre sehe ich tatsächlich schon Ulf hinter mir. Das sind vielleicht noch 15 Sekunden. Da ich oben wieder nicht schneller werde, bereite ich mich schon darauf vor, Ulf zu gratulieren. Ich sehe jetzt Volker vor mir aber ich komme nicht so richtig heran. Er ist zwar gerade losgelaufen aber ich hatte doch gedacht schneller als er zu laufen. Ich drücke drauf. Kurz vor der Knochenbrecherkurve habe ich ihn und blicke zurück. Ulf ist nicht näher gekommen. Nanu? 15 sek sind dann eben doch gut sieben Sekunden pro verbleibender Kilometer. Ich glaube jetzt wieder daran, ihn wieder hinter mir zu lassen und lasse es bergab ordentlich rollen. Er kommt nicht näher. Jetzt nur noch den Weg über die Wiese am See und dann ist es geschafft. Zwei- oder dreihundert Meter vor dem Ziel läuft Thomas Jentsch zu mir auf. Wir grinsen uns an – die Situation gab es schon zu oft. Kurz vor der Kurve zur Zielgeraden sage ich „na los“ und er läuft los. Keine Chance für mich, dranzubleiben. Na gut – Platz 8. Nicht der Hammer aber auch gut. Ulf läuft einmal mehr direkt hinter mir ins Ziel. Elf Sekunden dieses Mal. Echt unglaublich, wie dicht wir dieses Jahr beieinander liegen. Jetzt hat er nur noch eine Chance auf Revanche: Löderburg! Aber da werde ich natürlich vorbereitet sein :-)

Bilder >>>

Was für ein Rennen! Platz 2 in Wischer.

9 Kilometer Schulter an Schulter: Wenn Ulf sich auch mit dem 3. Platz begnügen musste, so hat er doch das Privileg, mir einen der unvergesslichsten Triathlons beschert zu haben.

Altmarktriathlon in Wischer

Samstag, 7. Juli 2012

Von vornherein stand fest, dass der Altmark-Triathlon dieses Jahr nicht so gut besetzt sein würde. Fischi und Matze, Fritze fehlten sowieso und auch Olaf Ueberschär reiste nicht an. Somit war klar, dass man zumindest einen Gedanken an einen Sieg verschwenden durfte, obwohl realistisch betrachtet Tiger derzeit eine Nummer besser ist als ich. Aber der hat ja immer mal einen schlechten Tag. Am Start waren außerdem Ulf, der es dieses Jahr wirklich wissen will, Thorsten, der Ulf eine Woche vorher am Kyffhäuser noch fast zwei Minuten abgenommen hatte und den ich nach seinem Sieg hier vor zwei Jahren sowieso ganz oben auf der Liste hatte. Dazu Dirk Mädicke, bei dem man nie weiß – zumindest hat er mir bei der Zeitfahrlandesmeisterschaft gezeigt, wie man schnell fährt. Nicht zu vergessen Jens Abraham, der mich in den letzten Jahren regelmäßig geschlagen hatte. Also alles andere als ein leichtes Ding, hier heute zu gewinnen. Continue reading

Guter 7. Platz in Bergwitz

Foto: Ulf hetzt mich vor sich her. Wir haben diese Saison ein so spannendes Duell wie nie zuvor – im Moment mit dem besseren Ende für mich …

Bergwitztriathlon

Samstag, 16. Juni 2012

Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, mich bei meinem 4. Platz beim Uni-Triathlon nicht voll verausgabt zu haben. Trotzdem hatte ich vor dem Start in Bergwitz weder schwere Beine noch sonstige körperliche Probleme. Allein der Kopf war noch nicht wieder auf Wettkampf eingestellt. Keinerlei Spannung, keine Aufregung.

750 m Schwimmen

Trotzdem stellte ich mich – eigentlich für mich untypisch – auf Kampflinie, nämlich ganz nach rechts außen, wo auch die erste Boje kommen würde. Das hieß, schnell angehen und gegenhalten. Ich kam gut weg und obwohl die Boje nicht weit weg vom Start war, zog es sich gut auseinander und ich hatte keine Probleme beim Umschwimmen. Aber wieder hatte ich niemanden in meiner Nähe, den ich (er)kannte. Ich hatte ein gutes Gefühl, schwamm nach ca. 2–300 m auch wieder zu einer Gruppe auf, aber das gute Gefühl täuschte: Ich war weit hinter den Rövers, Ulf und auch Mike. Zusammen mit Thorsten kam ich aus dem Wasser und stieg ich auch aufs Rad – wir sind dieses Jahr offenbar gleich gut im Wasser. Aber dieses Mal deutlich hinter den anderen. Waren wir nun langsamer oder die anderen schneller als sonst?

20 km Rad

Ich hatte es für meine Verhältnisse ungewohnt eilig auf dem ersten Kilometer raus zur Straße – so musste ich Thorsten dann auch letztlich in der Kurve überholen, weil es mir nicht schnell genug ging. Erstmal kein Gelb in Sicht. Dafür Mike. An der Brücke hatte ich ihn, rief ihm lachend und anerkennend zu, dass er wohl wieder schwimmen kann und fuhr vorbei. Dann sah ich zwei Gelbe. Tiger und davor Ulf. Tiger offensichtlich außer Form und Ulf in Form. Ich holte ihn kurz hinter der Ortsdurchfahrt – nach gut 6-7 km. Wenn ich von ihm wegkommen würde, dann super. Aber Ulf muss man erstmal abhängen, das war früher einfacher. Meine Beine waren gar nicht schlecht oder die Straße sehr gut. Ich war jedenfalls etwas schneller als noch am Mittwoch unterwegs. An der Spitzkehre waren immernoch Thomas Schmidt, Matthieu und Fritze vor mir. Fritze hatte sich am Mittwoch ausgeruht und war offensichtlich in Topform. Ich kam jedenfalls kaum näher. Mein Gegner hieß aber Ulf. Dieses Mal wollte ich nicht den gleichen Fehler wie am Mittwoch machen und mit einem hohen aber gleichmäßigen Tempo es Ulf leicht machen, mitzugehen. Er war – in gebührendem Abstand – aber immernoch dran. An der Spitzkehre ging ich also schön aus dem Sattel und beschleunigte so lange im Stehen wie ich den Gang treten konnte, setzte mich kurz hin, legte den 11er auf und beschleunigte nochmals im Stehen, solange ich es aushalten konnte. Ulf schien es beeindruckt zu haben aber kurz danach fuhr Gernot Poerner an mir vorbei. Huch? Passiert im Moment nicht so oft, kommt aber doch vor, dass auf dem Rad wer vorbeifährt. Da ich die drei vorn nicht einholen konnte, rechnete ich sowieso nicht damit, besonders schnell zu sein. Aber wie das so ist: Ranfahren ist leichter als wegkommen. Das merkte auch Gernot und kam nicht weg. Nach dem Ort fuhr ich wieder vorbei, dann er wieder und irgendwann ich wieder. Erst an der Brücke holten wir dann endlich Fritze und fuhren zu dritt zum Wechsel. (Ohne Windschatten zu fahren, für alle, die gern mal leichtfertige Behauptungen aufstellen und die sich nicht vorstellen können, dass man gleich stark ist)

5 km Lauf

Ich ließ Fritze den Vortritt auf dem Weg im Wechselraum, obwohl ich schneller abgestiegen war – hatte er doch die besseren Karten auf der Laufstrecke. Mein Wechsel ging gut und so liefen wir drei als 3., 4. und 5. los. Ich war dann recht bald Fünfter und es sah aus, als würde Fritze es machen. Er lief jedenfalls erstmal vor. Ich sah Ulf noch nach uns wechseln. Das würde also wieder knapp werden. Aber ein paar Sekunden hatte ich rausgefahren. Da wir mittlerweile fast gleich schnell Laufen, musste er erstmal ranlaufen, bevor er mich schlagen hätte können. Ganz so schnell wie noch am Mittwoch war ich leider nicht unterwegs, kam aber trotzdem ganz gut weg. Und nach dem Tiefpunkt Kilometer zwei wurde ich dann auch wieder ein wenig schneller. In der Wendeschleife sah ich, dass Ulf so etwa 20 sek hinter mir war und mein neues Läuferselbstbewusstsein sagte mir, dass ich keine schlechten Chancen hatte, vor ihm anzukommen. Zwischendurch verlor ich gerade Mal einen Platz an Christian Rudolf. Zum Schluss dummerweise doch noch einen an Ulrich Konschak. Vielleicht kam er ein paar Meter zu früh, als ich noch zu sehr mit den Gedanken an Ulf beschäftigt war. Ich habe zwar nochmal beschleunigen können, aber er war weg. Schade, schließlich habe ich auch Matthieu auf der langen Zielgeraden in Bergwitz schonmal abgesprintet, nachdem er längst vorbei war. Einen Versuch wäre es wert gewesen. Aber was soll‘s – Platz 7 ist nicht nur eigentlich, sondern wirklich gut. Vor allem nach dem Ding vom Mittwoch. Immerhin Thorsten und Peter hinter mir, das war dieses Jahr auch schon andersherum. Und Landesmeister in der S1, was als Ältester in der AK auch nicht selbstverständlich ist – vor Holger und Maik. Das Bild von der Ehrung ist übrigens eines meiner Lieblingssiegerehrungsbilder der letzten Jahre. Ein schöner Moment.

Dann auf nach Wischer. Am Kyffhäuser bin ich leider nicht dabei.

zu den Bildern >>>>

Heimspiel – Platz 4 beim Uni-Tri

Foto: Noch 150 m …

Unitriathlon

Mittwoch, 13. Juni 2012

Wie immer ging ich am Rettungsturm 1 ins Wasser, um zum Start zu schwimmen. 10 min noch, das sollte reichen. Um den Steg herum, Brille ist nicht dicht. Noch ein paar Mal dran herumgefummelt und plötzlich waren es nur noch 5 Minuten. Das Feld war schon komplett am Strand langgewandert und ich Trottel mitten auf dem See. Die erste Tempoverschärfung des Tages und ich tröstete mich damit, dass das die effektivste Form des Einschwimmens ist. Prustend stieg ich aus dem Wasser und rannte zum Start. Da dauerte es dann doch noch ein paar Minuten …

Mehr als 750 m

Dass die erste Welle nicht so stark mit Schwimmern besetzt war, hatte ich ja in der Startliste schon erahnt aber der Start war dann doch kurios. Mit 100 Leuten ins Wasser gesprungen und nach wenigen Metern hatte sich schon alles sortiert und entzerrt. Ohne jegliches Gedränge ging es auf die erste Boje zu und ich hatte mal wieder keine Füße gefunden. Matze und Ulf waren offenbar weg. Und irgendwer war noch da vorn – mal wieder eine schnelle Frau aus Potsdam, wie ich später auf dem Rad sehen sollte. Nach der ersten Boje war ich aber doch nur wenige Meter hinter Ulf – jedenfalls vermutete ich, dass es Ulf war. Allerdings schwamm er zu weit links. Ich blieb auf der direkten Linie und hatte ihn an der zweiten Boje. Ich war mir einerseits fast sicher, dass es Ulf war, andererseits war es mir egal. Er schwamm genau das Tempo, bei dem ich hintendranbleiben aber nicht überholen konnte. An den Bojen, die Richtungswechsel brachten, sah ich dann, dass wir zum (vermeintlichen) Matze nicht viel Rückstand hatten. Der Plan war ja, bei einem von beiden irgendwie beim Schwimmen dranzubleiben und dann beide zu überwechseln. Kurz vor dem Schwimmziel wollte ich es dann genau wissen und schwamm ein Stück versetzt. Die Hand mit dem abgespreizten Daumen – ja, es war Ulf.  Er lief ein paar Schritte vor mir aus dem Wasser aber Matze war schon weg. Als ich an seinem Platz vorbeilief, hatte er den Neo schon aus. Verdammt! Der fährt doch vor mir los! Ich wechselte mit dem Rücken zu ihm und konnte daher nicht sehen, was er machte. Ich schmiss den Neo weg, nahm Startnummer, Helm, Rad und los. Was denn nun? Ich war trotzdem vorn. Matze und Ulf direkt hinter mir.

28 km Rad

Ok. Plan erfüllt. Jetzt zackig rausfahren. Die kurvige Ausfahrt lässt erstmal keine Zeit zum Schuhanziehen. Am Kieswerk sind die Schuhe dann am Fuß und Matze fährt erstmal vorbei. Offensichtlich war er schneller mit seinen Schuhen. Ich bin startklar und trete drauf. Der Schnitt springt jetzt schon auf 40. Wir haben also alles andere als getrödelt beim Losfahren. Wir überholen die führende Frau und sind sind nun vorn. Während ich Matze und Ulf in Bernburg noch 2 min abgenommen habe auf dem Rad, sind sie heute dran und machen keine Anstalten, reißen zu lassen. Das bringt den Plan dann doch ein wenig durcheinander. Matze hält ordentlich Abstand und Ulf dasselbe hinter Matze. Aber sie machen natürlich auch keinen Versuch, vorbeizufahren. Ich drücke drauf, sie sind dran. Schitt. Zur Wende ist der Schnitt bei 42 – zu langsam fahre ich also nicht. Naja, meine Stärke liegt ja eher auf der zweiten Hälfte, ich lasse nicht locker. Nach der Wende dann das nächste Kuriosum: Wir drei dicht beisammen und dann mehrere Minuten lang niemand! Krasse erste Welle! Das Hauptfeld kommt uns dann erst hinter Heinrichsberg entgegen – ungewöhnlich auseinandergezogen. Viele haben den „Die-fahren-doch-Windschatten-Blick“ drauf, einige rufen sogar. Mir kann es ja eigentlich egal sein – ich war die ganze Zeit vorn. Aber ich habe mich ziemlich oft umgedreht auf der gesamten Radstrecke und Matze war die ganze Zeit mehr als 10 m weg. Also Vorsicht mit vorschnellen Urteilen.

Meine Hartnäckigkeit bei der Tempoarbeit hatte dann irgendwann doch einen Teilerfolg: Zumindest Ulf musste reißen lassen. Ich fuhr so schnell ich konnte durch die Kurven zum Wechsel und hoffte sehr, dass mir niemand vors Rad springt, da es kein Führungsfahrzeug gab, das uns ankündigte. Die Helfer waren aber sehr aufmerksam und es lief alles glatt. Ein grandioser Empfang von Sprecher und Publikum – allein dafür lohnt sich die ganze Anstrengung. Rad hin, Helm weg, Schuhe an und los.

Nicht ganz 5 km

Matze war direkt hinter mir und Ulf war auch schon am Platz als ich rauslief. Naja 20-30 Sekunden hatte ich auf ihn rausgefahren – mehr nicht. Zuletzt hatte er mir pro 5 km eine Minute abgenommen. Ich würde ihn wohl wiedersehen. Und das entsprach ja nun überhaupt nicht dem Plan. Matze rief mir im Vorbeilaufen noch zu, dass er gar nicht mehr laufen kann. Ich fasste es als Kompliment auf, hatte aber dasselbe Problem. Meine Oberschenkel ließen irgendwie keine großen Schritte zu. Ich erhöhte trotzdem das Tempo – ich wollte ja unter 4 min im Schnitt laufen – so der Plan. Die Uhr zeigte aber schon nach 500 m, dass ich über 4 min liege. Also Tempo erhöhen. Die ersten zwei Kilometer waren die Hölle und auch ernüchternd, da der zweite mir schon mit 4:01 die Laune verderben wollte. Dann endlich der Asphalt am Kanal entlang. Ich wurde schneller! Am Abzweig der erste Blick zurück. Ulf war noch unter den Bäumen – also irgendwie noch ganz schön weit. Als ich am See links abbog, kam er gerade um die vorhergehende Ecke. Auf jeden Fall 30 Sekunden – da geht doch was! Von da aus noch zwei Kilometer und er müsste also 3:45 pro km Laufen, um mich einzuholen. Und wenn er das könnte, dann hätte er mich ja schon längst eingeholt, dachte ich mir und setzte alles daran, auf dem Trampelpfad am Seeufer das Tempo hochzuhalten. Dann die Zeltplatzstraße. Matze war weit weg aber immer noch zu sehen. 3:56 lief ich den vierten Kilometer – sensationell! Ulf kommt nicht mehr! Jetzt noch am Volleyballfeld vorbei und keine Sekunde nachlassen, denn es kommen ja noch zwei Wellen. Also Endspurt gegen den virtuellen Gegner (den es tatsächlich gab: Moritz Bösenberg war am Ende ganze zwei Sekunden hinter mir).

Mehr ging nicht. 12 Sekunden Rückstand auf Platz 3. Das hört sich wenig an aber ich wüsste nicht, an welcher Stelle ich auch nur zwei Sekunden hätte schneller sein können. Für mich also ein deutlicher Rückstand und wieder mal Platz vier. „Nur“ Platz vier? Na klar, wollte ich gewinnen – aber um Matze und Fischi zu schlagen, muss ich wohl noch ein bisschen trainieren. Aber ansonsten war es ein tolles Rennen, mit dem ich doch zufrieden sein kann.

Und nächstes Jahr versuche ich es dann zum 24. Mal, wenn ich mich nicht verzählt habe …

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Matze nicht zu schlagen. 7. in Bernburg

Foto: Der Triumphator Matze

Bernburger Triathlon

Sonntag, 3. Juni 2012

Ich habe lange nicht so viele verschiedene Wettkampfklamotten eingepackt wie für den diesjährigen Bernburger Triathlon. Einteiler, Radtrikot, Unterhemd, Armlinge, Zeitfahranzug. Was und in welcher Kombination? Noch beim Einfahren war ich der Meinung, mit meinem Langarm-Zeitfahranzug zwar etwas kühl aber doch gut angezogen zu sein. Als es dann aber zum Start immernoch nicht regnete und die Sonne kurz durch die Wolken zu erahnen war, erinnerte ich mich, dass ich unterwegs lieber friere als dass ich schwitze und zog doch den Einteiler an. Zu dem Zeitpunkt waren die ersten schon auf dem Schiff und es gab kein zurück mehr.

1000 m flussabwärts

Dieses Jahre klappte dann auch der Start wieder. Alle sprangen an derselben Stelle ins Wasser … Nur ich kam leider nicht ganz so gut ins Rennen wie in Halle. Ich war gleichsam entspannt und unkonzentriert, so dass ich irgendwie nicht die richtige Spannung aufbauen konnte. Selbst als nach gut der Hälfte der Strecke noch jemand an mir vorbeischwamm, schaffte ich es nicht, an seinen Füßen zu bleiben. Naja, ich konnte zumindest die Spitze noch aussteigen sehen und so tröstete ich mich, dass ich kaum mehr als eine Minute verloren haben dürfte.

40 km Rad

Der Wechsel klappte perfekt und ich war nun plötzlich in einer Gruppe, obwohl ich allein ausgestiegen war. Hinter mir klingelte eine Kette – wie ich später hörte, war sie Matze heruntergesprungen. Neben mir Olaf Ueberschär und Franzi, kurz vor mir der spätere Zweite Andreas Peschka, der sich auf abenteuerliche Weise eine Weste anzuziehen versuchte, was ihm aber nicht gelang. So war ich rasch vorbei. Als wir am Kreisverkehr auf die eigentliche Strecke kamen, war nur noch Ulf direkt vor mir. Weiter vorn sah ich Tiger und Fritze. Ulf kam nicht so gut weg wie noch in Tangermünde. Ich fuhr zügig vorbei, obwohl ich selbst nicht das beste Gefühl hatte. Tiger und Fritze fuhren einen ordentlichen Strich und ich kam kaum näher. Auf der Geraden zur Wende hatte ich sie immernoch nicht. Ich fuhr nicht schlecht – aber es fühlte sich auch nicht nach Weltrekord an. Nach 15 min an der Wende das war erstmal enttäuschend, da ich davon ausging, das nun die Gegenwindstrecke kommt. Gerade mal 20 sek auf Matze, Peter und Peschka rausgefahren und dahinter war auch kein besonders großes Loch. Ulf noch dicht dahinter, Jens etwa eine Minute und sogar Steffen schien nur gut zwei Minuten hinter mir. Allerdings blies der Wind erst jetzt von hinten. Da er so schwach war, hatte ich ihn auf dem Hinweg nicht wahrgenommen und damit standen die 15 min doch in einem anderen Licht. Zwischenzeitlich hatte ich dann auch mitbekommen, dass vor den beiden niemand mehr war. Die Spitze war also zum Greifen nah. Fritze ließ Tiger gerade ziehen als ich ihn kurz nach der Wende überholte. Kurz vor der Kreuzung fuhr ich dann endlich an Tiger vorbei. Doch er gab sich keineswegs geschlagen und überholte mich wieder. Das war mir einerseits ganz recht, baute mich aber auch nicht unbedingt auf. Aber er war ja in Halle schon besser als ich gefahren. Ich feuerte ihn an und so überholten wir uns bis zum Kreisverkehr ein paar Mal. Absolut ohne Windschatten – aber einen Vorteil bringt sowas ja immer. Und wenn es nur verhindert, dass man das Tempo verschleppt. An der Wende war Tiger vorn, auf der folgenden Abfahrt fuhr ich wieder vorbei. Der Abstand nach hinten war etwas größer geworden. Jetzt wurden meine Beine sogar besser. Der Schnitt, den man sich auf den ersten beiden Kilometern nach dem Start ordentlich versaut, da es kurvig ist und ansteigt, war jetzt endlich bei 40 angekommen. Tiger kam nicht mehr. An der nächsten Wende hatte ich schon einen kleinen feinen Vorsprung und auch die anderen hatten schon eine Minute. Ok, dann nochmal 10 km drücken und endlich wieder als Erster auf die Laufstrecke.

10 km Laufen

Der Wechsel ging gut, wie immer hörte ich die Spekulationen des Sprechers darüber, wie weit ich denn nun noch zurückfallen würde. Schmunzelnd lief ich raus. Tiger kam gerade rein. Knappe Minute, dacht ich mir. Nicht schlecht – aber er würde bald kommen. Das war klar. Ich kam auch ganz gut ins Laufen – das Wetter kam mir sehr entgegen – es hatte schon auf dem Rad leicht angefangen zu regnen. Besser geht es eigentlich nicht für mich beim Laufen. Tiger kam trotzdem schon nach ca. 2 km – und dass, obwohl ich nur knapp über 4 min/km lief. Naja – daran muss ich noch arbeiten … Bald darauf kamen dann auch Matze und A. Peschka. Ich habe das aber gar nicht in Erinnerung, dass die so dicht beieinander waren, wie es im Protokoll aussieht. Als ich aus der Wendeschleife rauskam, waren Peter, Fritze und Ulf schon drin. Aber die Schleife ist 600 m lang und durch die Steigung und die spitze Wende auch nicht so schnell. Da brauchen auch die Schnellen 2 min. Somit kein Grund zur Sorge. Jens und Rodrigo waren noch so weit hinter mir, dass ich mir sicher war, sie zu schlagen. Naja bei Jens nicht ganz sicher. Olaf Überschär kam später als ich dachte, Peter früher als ich befürchtete. Na gut – jetzt also Sechster. Unter den ersten Zehn und in der Teamwertung wollte ich schon sein. Das war das Ziel. Auch in der zweiten Laufrunde wurde ich nicht wesentlich langsamer, es lief auf eine knappe 42er Zeit hinaus. An der Treppe kam dann Fritze doch noch vorbei und ich konnte wiedermal nicht folgen. So war es dann der 7. Platz, was erstmal nicht schlecht ist.

Alles in allem lief es sehr gut. Schwimmen – geht so, Rad – super, wenn ich auch schonmal schneller war, und beim Laufen war es immerhin ein persönlicher Streckenrekord. Zwar nur um drei Sekunden – aber wenn das weiter so geht, laufe ich die Strecke in 20-30 Jahren auch unter 40 min. Und dann können sich einige warm anziehen …

Tabellenführung!

Zerlegt hat er mich auf dem Rad: Tiger hatte eindeutig die besseren Beine.

Halle-Triathlon

Samstag, 19. Mai 2012

Der Plan war klar: Da das Rennen nicht zu gewinnen sein würde – aufgrund des hochkarätigen Starterfeldes – wollten wir uns auf die 20 Punkte konzentrieren. Das ist bei unserer Konstellation im Team ohnehin die beste Variante, nur dass ich dabei immer auf dem Rad verausgabe und Tempo für die anderen mache und dann aus der Wertung falle. Zumindest war das das die letzten Jahre so. Und so sollte es werden: Tiger als bester Schwimmer fährt schonmal vor, Thomas und Ulf versuchen gut hinterherzukommen und ich als langsamster Schwimmer und bester Radfahrer fahre die beiden dann zu Tiger hin und dann geht die Post ab. Soweit der Plan …

750 m Schwimmen (+200 m)

Der MTC-Schwimmcup lag Monate zurück, den Neo so aus dem Schrank genommen, wie ich ihn nach dem Teamtri reingehängt hatte. Also keine Ahnung, wie ich drauf bin. Die letzten Schwimmtrainings waren nicht so vielversprechend, als dass ich mich in die Mitte hätte stellen sollen. Also schön einen Platz ganz links gesucht, um dem Gedränge zu entgehen und los.

Das ging ganz gut, Wasser war auch nicht so kalt und ich kam ins Rennen, ohne gleich zu überziehen. Nach ein paar hundert Metern sah ich Franzi neben mir. Bevor ich mir überlegen konnte, ob ich zu schnell war oder sie den Start verpasst hatte, war sie auch schon wieder weg und ich bemerkte, dass ich überhaupt keinen Bekannten in meiner Nähe sah. Noch dämlicher war, dass ich vergessen hatte, mir die Badekappen meiner Leute oder zumindest die von Mike zu merken. Na den würde ich an der Brille erkennen, dachte ich mir, und irgendwie begegnen wir uns ja unterwegs immer. Aber er war am Montag beim Training die 100 m so schnell geschwommen, dass ich auch ihn nicht in meiner Nähe erwartete. So schwamm ich zwar hochkonzentriert aber orientierungslos, was meine eigene Position anging, dahin und sah mal nach vorn, mal zur Seite und erkannte absolut niemanden. Sehr angenehm war, dass es sich recht bald auseinanderzog und vor mir eine Gruppe war. Da wollte ich mich reinhängen aber ich schwamm sofort auf und knallte einem auf die Füße. Hm. Ich ging rechts vorbei. Die Boje kam ewig nicht. Naja, auf so einer Regattastrecke kann man nicht viel verkehrt machen, dachte ich mir. Da hatte ich in den letzten Jahren sogar Bojen gesehen, wo die Meter draufstanden. Und irgendwie fühlte ich mich auch gut im Wasser und wollte gar nicht, dass es vorbeigeht. An der Wendeboje kamen zwei Schwimmer von links näher, die geeignet schienen, sich reinzuhängen. „Leider“ schwamm ich innen vorbei. Vor mir eine Gruppe, die jedoch irgendwie zu weit weg schien, um „mal schnell“ hinzuschwimmen. Also konzentrierte ich mich auf Technik und Wasserlage und versuchte sie so einzuholen. Das klappte zwar nicht, hielt aber das Tempo hoch. Der Ausstieg nahte und ich war gespannt, ob ich in der Gruppe jemanden erkennen würde. Ich schwamm fast nur noch mit dem Kopf über Wassser und – JA – ein gelber Einteiler! Fritze! Sehr gut! Die anderen erkannte ich nicht, sie waren den Berg ja schon fast hoch, als ich ausstieg. Wo war Ulf?

Wechsel

Ich hatte Conrad beim Einfahren wieder tausend Schlaumeiertipps gegeben, wie man in Halle schnellstmöglich vom Wasser aufs Rad kommt, da hier nun wirklich jede Sekunde zählt. Ich konzentrierte mich also extrem, meine eigenen Ratschläge zu befolgen. Das Rad stand ganz vorn, fast an der Zeitnahme, so dass ich mir beim Durchlaufen des Wechselgartens einen guten Überblick verschaffen konnte. Als ich den Gang entlanglief, fuhr Tiger gerade los. Ok, das sollte zu machen sein. Fritze war auch schon an seinem Platz und würde sicher ein paar Sekunden vor mir aufs Rad steigen. Perfekt. Wo war Ulf? Mein Neo hakte am Transponder. Ruhig bleiben, rumfriemeln. Der Rest klappte perfekt – Rad schnappen, Blick rüber zu Fritze und … er stand noch. Ich rief ihm rüber, dass er JETZT kommen müsste. Er kam nicht. (Wie ich hinterher erfuhr, ist er in der Hektik, mein Hinterrad nicht zu verpassen, beim Aufsteigen gestürzt …)

Gute 16 km Rad

Und ab die Post. Kurz vor mir schwang sich noch einer aufs Rad. Thorsten! Naja – der kann doch auch fahren, dachte ich mir. Kurz begrüßt, und los. Tiger war schon ein ordentliches Stück weg und fuhr einen guten Strich. Das würde wohl einen Moment dauern, bis wir ihn holen. Thorsten wechselte für meinen Geschmack nicht schnell genug ab in der Führung. Das machte uns nicht gerade schneller. Kurz gemeckert und wir fuhren kürzere Führungen. Nach einer Runde waren wir schon ein gutes Stück näher. Tiger drehte sich hin und wieder um. Wartete er etwa? Nach einer Runde – ich hatte bewusst die Laufräder gewählt, mit denen ich auch Radrennen fahre, damit ich besser um die Kurven komme und das hatte sich offenbar gelohnt. Ohne die Angst, mit meinen Zeitfahrreifen in der Schleife bei Start und Ziel wegzurutschen, war ich offenbar schneller und Thorsten war weg als wir wieder auf der Straße waren. Das war gar nicht meine Absicht gewesen und ich drehte mich um. Der Abstand war aber so groß und er sah auch nicht so aus, also wäre er gleich wieder bei mir, so dass ich mich gegen Warten entschied. Bis zur nächsten Wende also allein. Und am besten nur bis zur nächsten Wende. Also Attacke und Tiger einholen! Das tat weh aber es passte – durch scharfes Anbremsen und eine gelungene Wende war ich genau zum Beschleunigen dran. Aber was machte er? Er beschleunigte so unglaublich, dass er mich fast wieder abhängte. Und er fuhr auch so weiter. Ich blieb erstmal hinten und entschuldigte das für mich damit, dass ich ja schließlich eineinhalb Runden rangefahren war.

Erst nachdem ich Tiger hatte, hatte ich mal wirklich Augen für die Rennsituation. Krass! Außer Fritze waren da Ulf, Matze, Franzi, Mike! Alle hinter mir! Wo waren die denn heute langgeschwommen? Der Rest der Radstrecke ging schnell vorbei. Wir blieben zu zweit und ich blieb hinten. Meist jedenfalls. Tiger hatte sensationelle Beine, ich nicht so. Aber wir waren recht gut unterwegs und konnten den Vorsprung auf die Verfolger halten. Leider holten wir aber keine Gruppe ein und so musste Tiger hinterherrennen, was nicht mehr so viele Plätze brachte, obwohl er schneller als viele vor ihm lief. Ulf war am Ende aus der Verfolgergruppe sogar herausgefallen, ich fragte mich, was mit dem heute los sei. (Ihm war eine Speiche gerissen und das Hinterrad hatte eine solche Acht, dass es sich kaum noch gedreht hat – mit so einem Rad wäre nicht jeder weitergefahren)

4,6 km Laufen

Was würde da noch gehen, nachdem ich auf dem Rad nicht den besten Tag hatte? Egal, erstmal gucken. Als 14. lief ich los und Matze kam ziemlich bald vorbei. Dann Fritze. Die hatte ich sowieso erwartet. Doch so viele wurden es dann gar nicht mehr. Zweie noch zwischendurch, einen hab ich sogar geholt Kurz vor dem Ziel kam Thorsten dann wieder vorbei und noch einer. Insgesamt waren es dann fünf Plätze die ich abgegeben hatte. Sogar Steffen, der mich sonst kurz vor Ziel hier noch holt, kam kurz nach mir ins Ziel (Er ist der 2. Thomas Röver im Ergebnis).

Außerdem haben wir 20 Punkte geholt und ich bin in der Wertung – da bin ich die letzten Jahre in Halle immer rausgeflogen. Na gut, Karsten war nicht da.

Aber es geht gut los, kann ich feststellen. Und Spaß gemacht hat es auch. Bernburg kann kommen. Obwohl ich da ja letztes Jahr nicht so den besten Tag hatte …

Umgebaut – und schon rollt es wieder

Foto: Zeitfahrhelme machen schön. Das gilt also nicht nur für mich …

Tangermünder Duathlon

Sonntag, 13. Mai 2012

Da hatte ich im vergangenen Jahr also irgendwie zuviel an der Position geschraubt und dabei gar nicht gemerkt, dass ich alles verschlimmbessert habe. Nachdem ich im Geiseltal wie ein Sack Badewannenstöpsel auf meinem Rad saß und mir die Frage gefallen lassen musste, ob ich nicht in Form bin, habe ich alles wieder komplett zurückgebaut und bin erstmal Zeitfahrlandesmeister geworden (bei den alten Männern, versteht sich).

So hatte ich dann etwas Rückenwind, was Tangermünde angeht.

Der erste Lauf ging gefühlt ganz gut, wobei meine Uhr mir verriet, dass das Gefühl täuschte und ich irgendwo bei 4:20 pro km lief. Während ich das kontrollierte, hörte ich von hinten: „Guck nicht immerzu auf deine Uhr, sonst holste die da vorne gar nicht mehr ein“. Ah – Dirk ist also endlich wieder dabei. Er lief vorbei und übernahm das Tempo unserer Gruppe von 5 oder 6 Leuten. Ich konnte sogar dranbleiben und so ging es dann zum ersten Wechsel – einige Meter hinter Dirk. Er trödelte allerdings so sehr, dass er immernoch fummelte, als ich schon die Runde um den Wechselgarten lief. Ich rief ihm noch kurz eine Gemeinheit zu – soviel Zeit muss sein.

Ich hatte keine Ahnung, wie ich im Rennen lag, da ich zwischendurch nicht gezählt hatte. Nach dem 50. Platz beim ersten Lauf in Braunsbedra wollte ich es allerdings auch nicht so genau wissen.

Auf dem Rad blies uns zunächst ein herrlicher Gegenwind ins Gesicht und ich merkte sofort, dass es rollte. Vorher ausgerechnete Überholungen mit alten Duathlon-Gegner klappten schon etwas eher und kam wirklich gut voran. Auf der Zielgeraden vom Wischer-Triathlon kam dann endlich auch Ulf in Sicht (obwohl ich hoffte, dass es Conrad sei, da ich den ja wenigstens ein Mal schlagen wollte) Ulf fuhr wie immer ein straffes Tempo, so dass ich nur sehr langsam herankam. Bis zu den Windrädern dauerte es. Wo war Conrad? Noch vor Rodrigo und Chris fuhr auch er nicht gerade langsam. Erst kurz vor dem Abzweig Staffelde/Tangermünde konnte ich vorbeifahren und wir grinsten uns an. Ich war mir ja einigermaßen sicher, dass der zweite Lauf nicht gerade seine Stärke war, aber er hatte mir beim ersten immerhin über 1:30 min gegeben. Warum sollte er also heute nicht auch beim zweiten Lauf zügig unterwegs sein? Etwas Vorsprung konnte also nicht schaden. Die Brücke über die Bahn vor Hämerten nahm ich erstmal komplett im Stehen, um ihm zu zeigen, dass ich noch gut drauf war, was auch stimmte. Ich kam gut weg. Torsten Blauwitz war der nächste, der in Sicht kam, ich schaffte es aber nicht mehr, ihn zu überholen. Platz 5 wurde mir zum Wechsel angesagt und ich sah gerade Thomas loslaufen. Das war besser als erwartet. Als ich rauslief, wurden Ulf und Conrad kurz nacheinander angesagt und sie liefen los als ich das Stadion verließ. Ok – 300 m Vorsprung. Das war nicht so üppig aber Conrad sollte ich halten können. Ulf hatte ich beim Duathlon sowieso vor mir gesehen und ich rechnete damit, dass er zur Hälfte der Laufstrecke kommen würde. Der erste Kilometer – 4:18 min. Das war erstmal nicht langsamer als die letzten Kilometer der ersten Laufstrecke. Dann 4:17, 4:16 , 4:09 min! Ich wurde nicht nur schneller, sondern mit Ausnahme des allerersten Kilometers, der ja immer von allein geht, war ich tatsächlich schneller als beim ersten Laufen. Chris kam nach knapp 2 km vorbei. Der scheint ja dieses Jahr wieder etwas mehr gemacht zu haben. Doch weiter war niemand zu sehen. Komisch – wo war Ulf? Auf dem Weg zum Stadion kam dann doch jemand schnell näher: Rodrigo. Gut, den würde ich nicht halten können. Aber klar war auch, dass dann weder Ulf noch Conrad kommen würden. Er holte mich eingangs des Stadions und schlug vor, dass wir zusammen reinlaufen. Warum sollte ich das ablehnen – ich hätte ja ohnehin keine Chance gegen ihn. So liefen wir dann zusammen als Sechste über die Linie. Ein Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden sein kann und das den diesjährigen Duathlon-Cup noch ein wenig aufpoliert aus meiner Sicht.

Triathlon kann also kommen!

>>> Bilder von Ilona, Wolfgang und Andreas

Das Setup stimmt noch nicht …

Foto: Conrad sieht mich derzeit nur im Rückspiegel. Was soll‘s – in Tangermünde hau‘ ich ihn weg. Oder in Halle …

Geiseltalduathlon

Sonntag, 29. April 2012

Schon beim ersten Laufen klemmte irgendwas. Der Puls war richtig, das Gefühl war ok, aber was meine Uhr anzeigte, passte irgendwie nicht dazu. Ich war wieder ein bisschen langsamer als im Vorjahr. Ich tröstete mich damit, dass GPS mit verwinkelten Kursen unter Blättern ja öfter mal nicht so klar kommt und daher weniger Strecke misst. Conrad verschwand schnell aus meinem Blickfeld, auf der Wendepunktstrecke bei Start/Ziel konnte ich jedoch feststellen, dass er hauptsächlich in der ersten Runde gutgemacht hatte und danach nicht mehr so rasend schnell davoneilte. Am Ende waren es vielleicht eineinhalb Minuten. Den hole ich mir, war mein Gedanke. Der Wechsel klappte sensationell und ich saß auf dem Rad. Der Puls wollte nicht runtergehen und das gute Gefühl vom Warmfahren wollte sich auch nicht einstellen. Während ich in der ersten Runde den Anstieg ganz gut hochkam, quälte ich mich in der zweiten doch ungewöhnlich stark. Auch in der Abfahrt wollte nicht so richtig Tempo aufkommen – der Wind stand ja auch etwas ungünstiger als in den vergangenen Jahren. Ich fühlte mich wie ein Fremdkörper auf meinem Zeitfahrrad, musste hin und wieder Oberlenker fahren und kurz rollen lassen. Aber 22 km sind auch bald rum und zu Beginn der zweiten Laufstrecke sah ich Conrad wieder vor mir. Dann hol‘ ich mir ihn eben beim Laufen! Naja, das war nicht so einfach. Auch er fand irgendwann ins Rennen und lief passabel. Ich kam also kaum noch näher und zu Beginn der Stadionrunde war dann klar, dass ihn nicht mehr holen würde. 2:0 für Conrad. In Tangermünde muss ich nun schon fast gewinnen, um ihn in der Cupwertung noch zu überholen.

Ich geh dann mal Laufen …

Hast du dein Fahrrad geschoben?

Schlammschlacht Osterburg, Samstag, 10. März 2012

… fragte mich Jörg Gehne, als er kurz vorm Ziel an mir vorbeilief und war wohl nicht der einzige, der sich wunderte.

Starten oder nicht starten – das war die Frage. Seit Montag kratzte der Hals und ich dachte, ich komme drumherum. Kam ich aber nicht. Allerdings dachte ich, es sei nur ein bisschen Husten und Schnupfen und wegen sowas hatte ich noch nie mit dem Sport aufgehört. Also hin da – schließlich war es ja auch Pitts Abschiedsveranstaltung als Cheforganisator.

Wenn‘s nicht läuft, nimmste raus und machst ein Training draus, war die Devise. Was aber, wenn man sich nicht sicher ist, ob es nun läuft oder nicht?

Verhalten angegangen und als 28. vom Laufen zurück – das ist nicht ungewöhnlich für mich. Also rauf aufs Rad und eingesammelt! Das fing auch ganz gut an. Aber weiter als bis auf den 18. bin ich nicht vorgekommen. In der zweiten Runde war Schluss mit Einsammeln. In dem Bereich, wo die Lunge pfeift war ich schon lange nicht mehr und irgendwie wollten auch die Beine nicht so wie ich. Als dann zu allem Überfluss Andreas an mir vorbeifuhr, war mir – er möge mir die Schlussfolgerung verzeihen – klar, dass da heute was nicht ganz rund läuft. Ich kündigte ihm großfressig an, dass er ruhig fahren solle und ihn beim Laufen holen würde. Ich kämpfte nun darum, ihn auf der dritten Radrunde nicht aus den Augen zu verlieren. Ich fuhr jede Runde 30 sek langsamer als die vorhergehende und auf dem letzten Kilometer sah ich ihn tatsächlich nicht mehr.

Wenn schon Zeitlupenwettkampf, dann wenigstens Blitzwechsel, dachte ich mir. Der gelang mir auch gut und so konnte ich Andreas schon beim Rauslaufen hinter dem Hügel verschwinden sehen. So ein kleiner Zweikampf ist doch immer Gold wert, gerade wenn man schlecht drauf ist. So merkte ich auf dem ersten Kilometer fast gar nichts und bekam auch den Puls einigermaßen hoch. Nach 1,5 km hatte ich ihn dann und forderte ihn ebenso großfressig von hinten auf, mir den Weg frei zu machen. Er war so verdutzt, dass er nicht mal „zurückbeleidigen“ konnte. :-)

Gleich danach kam Fritze von vorn. Oh, dachte ich, „da hast du ihm wohl Unrecht getan, als du ihm sagtest, dass es selbst für ihn schwer würde, heut vorn dabei zu sein“. Ca. 25 sek dahinter schon Steffen. Ich rief Fritze den Abstand zu und er wusste noch nicht Mal, dass Steffen ihm schon im Nacken saß. Beide liefen um ihr Leben, Steffen hatte aber offensichtlich noch mehr Leben übrig. Es war schwer zu glauben, dass Fritze das halten könnte, wie mir später dann auch bestätigt wurde.

Der Rest ist schnell erzählt: Ich flog den Berg hinauf und wieder runter und raste zurück zum Ziel. Verlor dabei noch ein paar Plätze aber nicht so viele, da in den Zwanzigerplätzen auch kaum noch wer so richtig schnell unterwegs ist. Platz 22 – nojo.

Fazit: Jetzt muss ich wohl doch die ganze Cupserie mitmachen, obwohl ich mir dieses Mal gar nicht sicher war, ob ich die Klatsche in Braunsbedra brauche, die ich mir da jedes Jahr abhole. Aber Conrad wollte das Duell und nun soll er es haben. (Obwohl ich nicht so richtig weiß, wie ich ihn in seiner derzeitigen Form schlagen soll – aber das muss er ja nicht wissen.) Und vielleicht regnet oder schneit es ja in Braunsbedra und Tangermünde – dann geht immer was!

Bilder gibt es erstmal nur auf www.magdeburgertc.de