Platz zehn in Bergwitz

Du wolltest doch aufhören …

Letztes Jahr hatte ich hier beschlossen, mich aus dem Ligageschehen zurückzuziehen und dieses Jahr stehe ich wieder an der Startlinie. Klar, dass ich da einige Fragen beantworten musste. Ich genoss einfach die vielen netten Gespräche.

Bergwitz ist für mich ohnehin immer was Besonderes. Schon seit über 20 Jahren starte ich hier und habe alle angebotenen Distanzen – Halbdistanz, Olympisch, Sprint mitgemacht. Und sogar schon zwei Mal gewonnen – ja, ja, lang ist’s her. Ich weiß.

750 m Schwimmen

Leider wurden wir in zwei Wellen geteilt, das rief bei den wenigsten Begeisterung  hervor. Ich war in der zweiten Welle und so konnte ich mich in Ruhe auf den Start vorbereiten. Aber irgendwie habe ich die Zeit nicht so schlau genutzt und habe mich nicht ordentlich eingeschwommen. Das habe ich sofort gemerkt nach dem Start. Keine Kraft in den Armen, schnelle Sauerstoffschuld und die Boje und das Gerammel kamen zu schnell näher. Nach einer kurzen Panikattacke fand ich mich hinter Rodrigo wieder. Es dauerte noch eine Weile, bis ich mich sammelte und dann ging’s deutlich besser und vorbei an dem einen oder anderen. Auf den letzten Metern sah ich Tony und Christian Damboldt herauslaufen und Gordon hatte ich ja auch gerade überholt. Damit war ich also knapp schlechter als normal und machte mir zunächst keine weiteren Sorgen.

20 km Rad

Auf der ersten Runde fuhren wir in die erste Welle hinein und ich geriet in eine kleine Gruppe, die es nicht darauf anlegte, Windschatten zu fahren. Aber auf den engen Ackerstraßen sieht es schlecht aus mit der Windschattenbox, wenn 5-6 Fahrer mit etwa gleicher Leistung nach vorn wollen. Ich merkte schon, dass ich ein Leck im Tank hatte. Patrick Hage machte mich mit seinem Tempo mürbe und von hinten kam Dirk Mädicke vorbei. Christian Damboldt war kaum einzuholen. Vor allem in der zweiten Runde baute ich merklich ab und sehnte das Radziel herbei. Ich versuchte zu retten, was ging und kam mit Christian zusammen zum Wechsel.

5 km Laufen

Das Wetter war angenehm und der angekündigte Dauerregen blieb aus. Ich hatte mir vorgenommen, noch ein wenig schneller zu laufen als beim Uni-Triathlon. Würde das mit diesen Beinen gehen? Ich lief an der Verpflegung vorbei und leider gab es kein Wasser für mich. Pech gehabt – nicht drüber nachdenken. Ein Blick auf die Uhr – passt. Ich lief tatsächlich recht zackig (für meine Verhältnisse). Bis nach der Spitzkehre der ersten Runde konnte ich Tiger und Christian noch gut sehen. Anfangs machte ich sogar Boden auf Stefan Turm gut und an Laura Buchhop kam ich auch heran. Die beiden waren allerdings schon auf der zweiten Runde und zogen gegen Ende dann an, während ich in die gefürchteten „mittleren Kilometer“ kam, die selten meine schnellsten sind. Ich riss mich zusammen und versuchte das Tempo zu forcieren. Als ich zum zweiten Mal an der Spitzkehre war, sah ich von hinten Jens Abraham kommen. Aus der Traum vom Landesmeister. Ich hatte noch etwa 100 m Vorsprung – aber mir war schnell klar, dass das nichts wird. Und noch mehr als einen Kilometer vor dem Ziel zog Jens vorbei. Wenn ich bis zum Beginn der Zielgeraden in Schlagweite bleibe, dann geht immer was – aber dazu kam es nicht. Er zog davon. Schade. Aber auch egal.

Fazit

Ich bin Zehnter und Vizelandesmeister. Geht doch! Meine Auszeit hat mir gutgetan. Während ich mich letztes Jahr noch geärgert habe über meine vermeintlich schlechten Ergebnisse, freue ich mich momentan, dass ich passabel in Form bin und damit recht gute Ergebnisse erziele. Mal sehen, was da noch geht diesen Sommer!

Bilder zum Rennen