Auf kleinem Blatt gegen den Wind

Vorher oder nachher? Andreas und ich sind guter Dinge.

Tangermünder Duathlon, 3. Mai 2015

Natürlich werde ich weiterhin Wettkämpfe machen – da bin ich wohl letztes Jahr ein wenig falsch verstanden worden. Aber eben nicht so viele und sicher nicht mehr so schnell. Außerdem kann ich’s sowieso nicht lassen und der Einstieg in Halle hatte mir das (trügerische) Gefühl gegeben, doch ganz gut drauf zu sein. Aber da ich nicht mehr auf Cupserien und Ranglisten schiele, fuhr ich doch deutlich entspannter nach Tangermünde als früher. Marisa, Lola und Robinson waren zum Anfeuern mitgekommen und das Wetter war frühlingshaft angenehm.

5 km Lauf

Dass die gut 5 km in Tangermünde was anderes sind, als die 3 km Asphalt in Halle, war mir klar und so bin dich das Ganze auch etwas ruhiger angegangen. Als etwa 30. lief ich aus dem Stadion und bei Platz 35 etwa pegelte ich mich dann ein. Ich lief mein Tempo, als wir auf die Gegenwindstrecke kamen, machte ich dann aber doch einen kleinen Zwischenspurt, um in den Windschatten zweier ca. 20 m vor mir Laufender zu kommen. Das machte eine Menge aus, ich kam sogar Andreas wieder deutlich näher, der bestimmt schon gut 100 m weggewesen war. 9 sek waren es dann im Laufziel und nach dem Wechsel war er leider schon nicht mehr da, ich hatte gehofft, dass wir uns auf dem Rad ein wenig duellieren hätten können.

28 km Rad

Auch das fühlte sich nicht an wie gewohnt. Schon auf der Rückenwindstrecke standen gerade mal 42 auf der Uhr. Das konnte nichts werden. Ich überholte ein paar Leute, die ich beim Laufen gar nicht gesehen hatte – na wenigstens hatte ich ordentlich gewechselt. Dann sah ich Jan Albrecht vor mir. Das war erstmal ein Ziel. Erstmal ist gut, denn ich musste feststellen, dass ich nicht näher kam. Ok, der fährt schon lange ganz gut – also hat er eben ordentlich trainiert, davon muss man sich ja nicht aus der Ruhe bringen lassen. Also weiter. Alle Anstiege im Stehen genommen, das ist gut für den Rücken und die Beine. Normalerweise. Heute machte es so nach und nach die Beine weich. Als ich nach gut der Hälfte der Strecke Robert mit dem Rad in der Hand laufen sah, dachte ich kurz darüber nach, im meins zu geben, weil ich schon ziemlich im Eimer war. Zwischenzeitlich war Maik an mir vorbeigehämmert, ohne dass ich auch nur ein Stückchen hätte mitfahren können. Das war gemein! Ich fürchtete schon, dass Jan mir nun endgültig davonfahren würde aber Maik fuhr auch an ihm vorbei. Und ich kam in der Nähe von Staffelde wieder ein wenig näher. Nochmal im Stehen über die Eisenbahnbrücke und dann würde ich ihn mir endlich holen. Nein, doch noch nicht. Erstmal nach Langensalzwedel. Aber dann. Ich biege ab und mir schlägt der Wind ins Gesicht. Ich stehe förmlich. Meine Beine sind leer. Ein letztes Mal versuche ich, das Tempo hochzuhalten. Vergebens. Es rächt sich nun doch, dass meine Schaltung seit Jahren nur die letzten 6 Gänge bedient. Ich muss aufs kleine Blatt schalten, um nicht umzufallen. Oh Gott, ich kann mich nicht erinnern, wann mir das schonmal passiert ist, wenn kein Berg in der Nähe war. Die letzte Brücke war dann nochmal eine Herausforderung für meine Beine und dann näherte ich mich endlich dem zweiten Wechsel.

nochmal 5 km

Platz 19 wurde mir zugerufen und danach Platz 21. Naja also ungefähr Zwanzigster – ist doch gar nicht so schlecht. Mir war nicht bewusst so viele überholt zu haben. Also lief ich mit einem guten Gefühl im Kopf aber einem nicht so guten in den Beinen zum Wechsel und nach dem Schuhanziehen erstmal in die falsche Richtung. Und ab in den Wald. Schön kleine Schritte – große wären sowieso nicht gegangen. Komischerweise fühlte sich das zwar furchtbar an, meine Uhr meinte jedoch, dass ich nur gut 6 sek pro km langsamer laufe als beim ersten Lauf. Geht doch. Jetzt nur noch schnell Anja holen als Strafe, dass mich Maik so frech überholt hatte (sie starteten als Staffel, sonst wäre das natürlich nicht passiert … :-) Aber Anja war nicht nur nicht einzuholen, sonder sogar nicht zu sehen. Erst auf der Hälfte der Strecke sah ich sie dann am Horizont und brauchte keine großen Berechnungen anzustellen, um zu wissen, dass sie sich verlaufen muss, um noch hinter mir ins Ziel zu kommen. Immerhin verlor ich nur einen Platz auf den zweiten 5 km und konnte mich über ein irgendwie ausgeglichenes und dann doch nicht so schlechtes Rennen freuen, wenn man den Einbruch auf den letzten Radkilometern mal nicht überbewertet.

Aber es hat doch wieder Spaß gemacht und als Andreas ins Ziel kam, sah ich, dass man noch einen deutlich schlechteren Tag haben kann …

So, jetzt beginnt das Schwimmtraining, die Schulter kann ich wieder einigermaßen bewegen und dann sehen wir uns beim Unitriathlon!