Alter oder Krankheit?

In Führung liegend noch kurz die Konkurrenz gecheckt, um mich dann kontrolliert ans Ende des Feldes durchsacken zu lassen …

Foto: Wolfgang Schulze

Geiseltalduathlon, 21. April 2013

Die Ausrede gleich vorweg: Ich lag über Ostern mit einer Bronchitis um. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so krank war. Das anschließende Trainingslager war dann auch mehr als Kur zu betrachten, denn als vernünftiges Training. Aber nun war alles wieder gut und wegen ein paar Wochen Trainingsrückstand will man sich ja nicht verstecken.

Also ran an die Startlinie und mitgerannt!

Knapp 6 km Laufen

Ruhig angehen und dann mal gucken, was geht. Das konnte die einzige vernünftige Taktik sein. Schon auf der zweiten Stadionrunde war ich 55, Tendenz fallend. Als ich in der Mitte der 60er angekommen war, hörte ich auf zu zählen. Der Puls ging trotzdem allmählich in Wettkampfregionen und was ich befürchtet hatte, wurde traurige Gewissheit: Ich laufe hier nicht irgendwie absichtlich langsam, sondern ich kann nicht schneller laufen!

Marisa und Andreas, mit denen ich in Osterburg gelaufen war, verschwanden schon bald außer Sichtweite und Maik, den ich ebenda beizeiten wieder eingeholt hatte, entfernte sich leichten Schrittes. Der Trend kam erst in der  dritten Runde zum Stehen. Nicht, dass ich schneller wurde – aber ich begann, denn einen oder anderen Platz gutzumachen. Naja, geht doch. Aus Gewohnheit stoppte ich die Abstände zu Conrad und Andreas beim Wechsel, wobei ich nichtmal eine ernste Hoffnung hatte, Andreas zu holen. Conrad war aber wirklich zu weit weg und saß zudem auf seinem neuen Carbonofen. So wie der im Training gefahren war, fürchtete ich sogar auf dem Rad eine Packung. Maik lief knapp 20 sek vor mir zum Wechsel, von denen ich schon vor dem Losfahren ein paar gutmachen konnte.

Gut 22 km Rad

Erstmal gut los- und und um die Kurve kommen. Mit dem Schuhanziehen ließ ich mir noch ein wenig Zeit: erstmal einrollen und Puls runter. Wenn man schwach läuft, kann man hinterher um so mehr überholen. So richtig langsam sind sie zwar alle nicht gefahren, aber ich kam voran im Feld. Und auch Maik. Er wollte mich nicht wegfahren lassen. Er lauerte in weit mehr als den vorgeschriebenen 10 Metern aber er fiel nicht weiter zurück. Gerade als ich mich freute, dass wir Rückenwind am Anstieg hatten, fuhr er vorbei. Locker. Und legte sofort ein paar Meter zwischen uns. Frechheit! In der Abfahrt hatte ich ihn dann wieder und ging wieder nach vorn. In der zweiten Runde kam dann endlich Andreas in Sicht. Der bummelt ja allein immer und wenn man ihn dann einholt, geht es doch ein wenig schneller. Leider war das genau am Fuße des Anstiegs, Maik hatte offenbar gerade wieder eine Dose Spinat geöffnet und schon waren die beiden weg. Ich keuchte hinterher und vertraute auf meine bessere Übersetzung in der Abfahrt. Die ließ mich dann auch nicht im Stich und ich fuhr an beiden vorbei. Schnell die eklige Rampe hoch und zum zweiten Wechsel. Maik und ich fuhren zusammen rein. Andreas hatte dann doch ein paar Meter verloren. Jetzt einen schnellen Wechsel und raus. Maik hatte eindeutig die Chance gewittert, mir mal zu zeigen, was eine Harke ist und da wollte ich nicht mit Rückstand loslaufen.

Und noch knapp 3 km Laufen

Also als erster raus auf die Laufstrecke und auf gute Beine hoffen. Naja, wo sollten die schon herkommen? Aber immerhin waren sie durchs Radfahren nicht schlechter geworden. Ich lief im gleichen Tempo wie letzten Kilometer beim ersten Lauf. Maik fiel zurück, Andreas kam näher. Nicht schnell aber allmählich. Einen Kilometer vor dem Ziel hatte er mich dann und ich konnte nicht mitgehen. Wie das so üblich ist, kam er dann auch nicht mehr deutlich weg, ich aber auch nicht ran. Conrad saß schon entspannt im Ziel, Andreas lief es kontrolliert nach Hause und Maik verlor dann zwar noch 30 Sekunden, hat aber gezeigt, dass er seine Hausaufgaben im Winter gemacht hat – ich freue mich schon auf die Triathlonsaison! Schade nur, dass Conrad und Andreas kein Schwimmen trainieren, wir wären ein gutes Team!

Bilder habe ich nur ganz wenige von „danach“. Mehr gibt es auf der braunsbetria-Seite.