30. Unitriathlon – und wieder Zehnter

Unitriathlon, 14. Juni 2017

Start zum Unitriathlon 2017
Schön aufgereiht: Start zum Unitriathlon 2017

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so spät in die Saison gestartet bin. Kein Duathlon, keine Radrennen. Gerade Mal ein MTB-Rennen, wo ich aber Platten hatte und mich auch nicht so gut gefühlt hatte wie im letzten Jahr. Ich hatte also keine Ahnung, ob ich gut drauf bin oder nicht.

Zum 28. Mal fuhr ich zum Unitriathlon. Diesmal mit dem Rad. Startnummern geholt und eingecheckt hatte ich schon kurz vor drei mit Andreas als einer der Ersten und so stand mein Rad sehr gut am Anfang einer Reihe. Falko war auch schon da und stand mit seinem Bus an seinem Stammplatz wo sich jedes Jahr einige derer treffen, die schon immer dabei sind. Wir fuhren aber nochmal nach Hause,

Gegen fünf war ich dann wieder am See und begann mit den Vorbereitungen. Über eineinhalb Stunden Zeit – die brauch ich aber am Barleber See wirklich, da ich hier so unglaublich viele Leute kenne und am liebsten mit jedem noch ein wenig quatschen würde. Die Zeit ging rum und es war doch ein bisschen wärmer als angesagt. Aber wenigstens war der Neo erlaubt. Ich war dieses Mal außerordentlich gut in der Zeit, so dass ich noch in aller Ruhe zum Start schwimmen konnte und die ersten beiden Wellen beobachtete.

Rodrigo hat das mal wieder nicht so hinbekommen – es wurde sogar der Start der 3. Welle noch um etwa eine Minute verschoben, damit er noch mitkann. Die erste Boje lag sehr weit links, so dass man rechts schonmal einen weiteren Weg hatte – aber nach links ins Gedränge wollte ich nicht. Also lieber ein paar Meter Umweg – aber dafür ruhig ins Rennen kommen. Start! Und wieder wurde losgeschwommen als wäre an der ersten Boje das Ziel. Ich war sofort ziemlich weit hinten. An der ersten Boje wollte ich mich dann einordnen und mir ein paar gute Füße suchen – aber ich fand keine. Plötzlich wurden es um mich herum langsamer. Ich begann zu überholen. Ein Blick nach vorn zeigte mir aber, dass noch genügend zu überholen blieb – ich war ziemlich weit hinten und die vorderen vor allem schon ziemlich weit weg. Egal. Obwohl ich eigentlich recht viele in meiner Welle kannte, die ähnlich schwimmen wie ich, erkannte ich nicht wirklich jemanden.

Der geübte Griff …

Wo war Guido Pelz? In den letzten Jahren sind wir meist auf die Sekunde gleich geschwommen und im Ziel lagen wir auch nur wenige Sekunden auseinander. Auf ihn wollte ich achten, wenn wir schon in einer Welle starteten. Aber heute sah ich ihn nicht. (Wie er mir später erzählte, hatte er mich aber gesehen und war zwei Schritte nach mir an Land gegangen). Beim Rauslaufen rief mir Marisa zu, dass ich 13. aus meiner Welle sei. Das überraschte mich nicht, war aber auch nicht gerade ermunternd.

Den Neo hatte ich schon auf der Hälfte des Weges zum Rad runter und der Rest vom Wechsel ging so fix, dass ich beim Loslaufen kurz innehielt, ob ich nicht was vergessen hatte. Kurz Stau an der Zeitnahme und dann los. All die Aufregung war komplett verflogen: Aufspringen, losfahren, Schuhe anziehen, am Kieswerk abbiegen und dann konnte es losgehen. Leichter Nordwind war angesagt, den würde man aber erst hinterm Kanal spüren. Vorher geht es ostwärts und dann noch ein wenig geschützt bis zum Abzweig, so dass vorn gleich mal eine 4 auf dem Tacho stand. Das gibt immer ein gutes Gefühl. Ich war schon mitten in der zweiten Welle und überholte jede Menge schwarz beschriftete Waden. Hinterm Kanal spürte ich den Gegenwind aber die Beine waren gut. In den letzten Jahren hatten mich immer wieder Rückenschmerzen gezwungen, auf meine geliebten dicken Gänge zu verzichten. Doch im Winter, bei einem Sturz mit dem MTB auf vereistem Boden löste sich mit lautem Knacken eine Blockierung in der unteren Wirbelsäule und seitdem ist alles wieder gut. Also einfach mal probieren, dachte ich mir und drückte den Hebel bis zum Anschlag nach unten. Und siehe da: 57 x 11 bei leichtem Gegenwind und der Puls kam langsam runter. Großartig! Ich überholte weiter und mit näherkommender Wende war der Schnitt schon über 39 km/h. Ich verzichtete darauf, wie sonst die Abstände zu Ulf und den anderen bekannten Gesichtern zu stoppen, da ich irgendwie mein eigenes Rennen fuhr und ohnehin nicht damit rechnete, weit vorn zu landen. Aber Andreas wollte ich einholen. Er kam mir auch gar nicht so weit vor der Wende entgegen – aber wenn er was kann, dann Radfahren. Maik war auch noch knapp vor mir an der Wende. Stefan

Wie der Wind – Maik (rechts) ist dieses Jahr schon wieder schneller geworden

Becker und Alexander Woltering holte ich zwischenzeitlich ein. Und Maik. Alle drei fuhren ziemlich schnell und wollten mich natürlich nicht wegfahren lassen. Im Gegenteil ein munteres Sich-Gegenseitig-Überholen begann. Teilweise auf der dritten Spur: Rechts fuhr die erste und zweite Welle, daneben überholten drei von uns und – wenn man es positiv ausdrückt – auf dem Mittelstreifen – überholte der vierte von uns die jeweils anderen. Auf dem Rückweg meist nur noch 44-45 km/h – meine Kräfte ließen ein wenig nach und ich bekleckerte mich zu allem Unglück noch mit einem Gel. Meine Kniekehle klebte so sehr, dass es nervte. Da meine Trinkflasche ja fest am Lenker ist, musste ich also Trinken, es vom Mund in die Hand laufen lassen und dann zur Kniekehle. Das funktionierte dann auch irgendwie und so geht die Zeit auch rum. Wir rollten zum Wechsel, aber da wir immernoch die anderen Wellen überholten, war die Zielgasse eng und ich musste meinen alten Freund Hundti von hinten anrufen, dass er rechts bleiben soll. Das klappte und zack war ich an meinem Platz.

Eigentlich ging auch der zweite Wechsel gut. Aber Becker und Woltering waren weg. Nicht, dass ich die hätte halten können – aber ich wunderte mich schon ein wenig. Nur Maik war noch hinter mir. Würde er auch vorbeilaufen? Beim Koppeln im Training bin ich in den letzten Woche recht gut losgekommen – aber das war eben kein Wettkampf. Ich stampfte los – die Laufstrecke war so unglaublich voll. Ich hatte mir ja vorgenommen, zackig loszulaufen, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber was war das? Es fühlte sich nicht nur schlecht an, nein auf der Uhr stand auch 4:30 min/km. Für solche Zwecke hat man ja immer noch die Ausrede vom schlechten Empfang unter Bäumen parat und lässt sich nicht beeindrucken. 20 m vor mir sah ich den gelben Einteiler von Volker. Das war

Stark in Form – Volker auf dem Weg zum Wechsel

doch erstmal ein Ziel! Aber Volker läuft ohnehin kaum langsamer als ich und dieses Jahr bereitet er sich auf eine Langdistanz vor. Also kam ich erstmal gar nicht ran. Auch schön, dann habe ich eben was zum Versuchen – das macht auch schnell. Ich hörte selbst, dass ich stöhnte und schnaufte. Ich gab alles. Im Wald rief mir dann jemand hinterher, dass ich nicht sterben solle. So schlimm also? Zwischenzeitlich war Frank Schräpel vorbeigelaufen. Ganz schön schnell – den werde ich dieses Jahr wohl nicht nochmal schlagen können und auch Sören Weniger. Egal, ich hatte mir vorgenommen, alles zu geben und tat das auch weiterhin. Volker hatte ich nun eingeholt und ging sogar vorbei. Andreas sah ich auch irgendwann auf der langen Straße am Kanal. Aber der war so weit weg. Was war bloß los? Jemand wollte mich in ein Gespräch verwickeln – ich konnte

Hat heimlich trainiert – Andreas lässt sich nicht einholen!

nicht antworten – nur Handzeichen. Zum zweiten Mal bat mich jemand, nicht zu sterben. Mann war das anstrengend! Als es nach gut der Hälfte wieder Richtung See ging, wollte ich rausnehmen – aber nein, ich hatte mir ja vorgenommen, Anschlag zu laufen, egal was ist. Also weiter quälen. Zumindest geht es dann schneller vorbei! Ich lief nun immerhin so um die 4:25 – aber trotzdem zu langsam. Dann kam endlich der Volleyballplatz und damit das Ziel in Sicht. Noch mal sprinten – man weiß ja nicht, wer in den anderen Well

Ich fall‘ gleich um – noch 150 m

en noch die gleiche Zeit hat – bloß nicht stolpern auf der Wiese und … fertig!

Ich lag erstmal minutenlang im Gras und Andreas brachte mir Wasser. Ich hatte ihn nicht eingeholt, wie noch vor zwei Jahren. Zehn Minuten muss man erstmal aufholen und so langsam ist er einfach nicht – zumindest nicht beim Rad und beim Laufen :-)

Nach einer Weile traute ich mich zur Zeitnahme, um mal zu fragen, wofür es denn gereicht hat. Ich traute meinen Ohren nicht: Platz 10!!! Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Zehnter – wie im letzten Jahr. Die nächsten Rennen können also kommen!

 

Vielen Dank an Wolfgang Ronge für die Fotos.

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