14. in Wischer

Christian Gramm und Jens Eckhardt beim ersten Wechsel
Zusammen mit Ecki auf dem Weg zur Radstrecke

Altmarktriathlon in Wischer, 12. Juli 2015

Nachdem ich im letzten Jahr kaum Wettkämpfe bestritten hatte, war Wischer nun das erste längere Rennen seit zwei Jahren. Die Erwartungen waren nicht besonders hoch, die Aufregung galt wohl eher der zu erwartenden Anstrengung. Das Wetter war angenehm kühl nach dem Hitzerennen in Roßbach eine Woche zuvor. Also los!

1.500 m Schwimmen

Beim Einschwimmen war schon klar, dass der See ein wenig krautig sein könnte. Ich stellte mich rechts hin, weil da zumindest bis zur ersten Boje nichts zu erwarten war. Ich stand gut und startete ebenso, so dass ich recht weit vorn zur ersten Boje kam. Kurz vor der Boje sah ich links neben mir Franzi. Das wertete ich als gutes Zeichen, unterließ es aber trotzdem, mich an ihre Füße zu hängen. Einerseits des zu erwartenden Tempos wegen und weil man hinter ihr ja weder sehen noch atmen kann. Ich blieb erstmal allein. Hinter der ersten Boje startete ich dann mehrere Versuche, Füße zu finden, es zeigte sich aber, dass ich offenbar einen äußerst guten Start hatte: Auch die nächste Frau, bei der ich dranbleiben wollte, schwamm mir davon. Dann kam ein USC-Mann, den ich halten konnte. Bis zur nächsten Boje bzw. bis zum Kraut blieb ich dran, sah jemanden vor mir einen Hechtsprung machen, versuchte dasselbe und flup – war ich weg. Ich hatte keinen Grund, versank im Kraut und hatte den Anschluss verloren. Oh je, was für ein depperter Fehler. Also weiter. Nach der Boje hatte ich mir offenbar die Luft zu sehr weggerissen, verlor die Konzentration und bekam mal wieder eine kleine Panikattacke – warum auch immer. Ein paar Brustzüge halfen und ich musste wieder ein paar Leute vorbeilassen. Ecki war nun vor mir. Da weiß ich doch, was ich habe, dachte ich mir und klemmte mich dahinter. Das war jetzt endlich mein Tempo und ich kam zur Ruhe. Mitte der zweiten Runde kam links ein USC-Mann mit deutlich weniger Beinarbeit, den ich als Martin Wille ausmachte vorbei. Ich wechselte rüber und wir zogen deutlich nach links. Ich hoffte, dass er sich nun nicht gerade verschwamm und blieb dahinter. Er zog das Tempo an. Es wurde härter. Der Blick rüber zu Ecki bewies das. Wir zogen innerhalb kurzer Zeit vorbei. Mir schien, als hätte er mich erkannt und wolle mich nun abhängen. Hilfe, doch nicht zu diesem Zeitpunkt des Rennens! Ich kämpfte noch ein wenig und ließ dann vor der letzten Spitzkehre reißen. Egal, die weißen Bojen waren nun gut zu sehen und sowieso würde ich das Stück auch allein schaffen. Und falls ich zu langsam würde, käme ja dann auch Ecki wieder von hinten. Der kam aber nicht. Und landete ich dann irgendwann an.

Diese elendig lange Strecke zum Wechselgarten lag mir ja noch nie. Schnell noch den Schwimmanzug ausziehen und los. Dann war auch Ecki wieder dran und wir stiegen zusammen aufs Rad. Ein paar Meter vor uns Christian Damboldt.

43,5 km Rad

Ich hatte einen Tag zuvor auf alle neuen Erkenntnisse vom Bike Fitting gepfiffen und den Sattel einen ganzen Zentimeter höher gestellt. Für den Fall, dass die Rückenschmerzen zu stark würden, nahm ich einen Inbusschlüssel mit. Das gab Sicherheit. Aber es fühlte sich sofort deutlich besser an und ich überholte erstmal ein paar Leute. Vor allem Frauen! Juliette Gogoll erst nach fast einer Runde – wo war eigentlich Franzi? Hinter mir – im ordnungsgemäßen Abstand – hatten es sich Christian Damboldt und Martin Wille gemütlich gemacht. Ich ließ mich nicht verrücktmachen und fuhr mein Tempo. Die erste Runde verging in 22 min. Naja, da war ich schonmal deutlich schneller. Aber wenn ich nicht einbrechen würde, deutete das auf 1:06 h plus gut 1:30 Wechsel hin. Naja. Mehr ist mit den Kilometern in den Beinen auch kaum zu erwarten. In der zweiten Runde holte ich Franzi – erst kurz vor Staffelde. Sie lag also sicher in Führung. Die zweite Runde tut mir oft am meisten weh und ich war froh, als sie rum war. Wieder 22 min. – also etwas langsamer, da in der ersten ja das Rauslaufen dabei ist. Die dritte ging dann wieder besser. Aber Christian und Martin wurde ich nicht los. Wo war eigentlich Maik? Eine Woche zuvor hatte ich ihn noch auf dem ersten Viertel der Radstrecke geholt. Aber heute war er nicht mal in Sicht. Ab Staffelde begann dann mein Rücken zu schmerzen und die Kräfte ließen ein wenig nach. Ich nahm etwas raus und erstmal kam trotzdem keiner vorbei. Na, den Beiden hinter mir tat es offensichtlich auch weh. Vor Arnim kam Christian dann aber doch. Er hatte wohl gemerkt, dass ich trödele. Kurz hinter Arnim kam mir der Führende entgegen. Ein ganzes Stück dahinter der Zweite. Thomas und Tiger auf 3 und 4 waren schon fast einen Kilometer zurück. Und dann war ich auch schon da. Aber wie lag ich denn nun? Martin lief direkt hinter mir rein. Da war Maik! Er lief gerade los als ich zu meinem Platz kam und Robert kam rein als ich loslief.

10 km Lauf

Als Martin vorbei war, hatte dann endlich auch jemand mitgezählt. Achter war ich. Das war erstmal nicht soo schlecht. Aber es ging Schlag auf Schlag. Robert, Erik Müller – und ich war schon Zehnter. Dann wurde es etwas ruhiger. Maik vor mir lief sogar recht zügig los, doch ich kam näher. An der ersten Verpflegung in Arnim war ich dran und forderte ihn auf, mitzulaufen. Er tat es. Das wäre doch was – zu zweit machen sich die zwei Runden deutlich besser. Aber die Freude war nur kurz. Als es auf den Waldweg ging, fiel er zurück und war bald nicht mehr zu hören. Also allein weiter. Der Hügel tat weh. Aber es kam erstmal keiner, soweit ich mich erinnern kann. Ach doch, mit Sebastian Kestner kam der nächste Trimago mit einem unglaublichen Schritt. Und gegen Ende der ersten Runde dann mit Tobi auch schon der Dritte. Aber er lief nicht gerade leichtfüßig. OK, Thomas und Tiger machen es heute, da kommt keiner ran. Und ich bin der Dritte im Team und schon drei Trimagos vor mir. Dietzi hatte ich beim Rauslaufen zwar noch gesehen. Aber das waren bestimmt 4-5 min. und es wäre ziemlich faul von mir, wenn ich darauf spekulierte, dass er mich holt und ich dadurch aus der Wertung falle. Und außerdem war Jens Abraham mir so spät entgegengekommen, dass ich es auf fast 8 min geschätzt hätte. Das wär‘ doch auch mal was, ihn wieder mal zu schlagen und die verdammte Altherrenaltersklasse zu gewinnen. Also weiter! Jetzt endlich kommt Ecki, den ich schon viel eher erwartet hatte. Er berichtet von Krämpfen und gerade als ich „ja ja, Krämpfe haben und trotzdem vorbeifliegen“ denken will, bleibt er stehen und hat einen. Aber wie erwartet kommt er kurze Zeit später wieder vorbei und schlägt mich auch humpelnd. Gordon kommt vorbei. Kurios! In Bergwitz bin ich schneller geschwommen, gefahren, gelaufen als er. In Roßbach schwammen wir gleich, er fuhr schneller als ich und ich habe ihn deutlich beim Laufen abgekocht. Heute nun war ich beim Schwimmen noch viel schneller, als er, er fuhr knapp schneller und läuft nun vorbei als würde ich stehen. Tagesform? Schließlich kommt auch noch Dennis Schmidt vorbei. Noch etwa zwei Kilometer und Tobi, Gordon und Dennis sind auf den langen Geraden immer noch in Sicht. Ich gebe alles, um den Rückstand so gering wie möglich zu halten. Noch 1 km. Ich laufe auf eine überrundete Gruppe um Armin auf. Sie nehmen das Tempo auf und wir werden schneller. Ich „warte“ ja außerdem noch auf Jens und meine beiden Konkurrenten in der Rangliste Patrick Hage und Tino Friedrich. Aber keiner in Sicht und ich bin endlich im Ziel. Statt der Erwarteten kommt erstmal Franzi nach mir rein und holt sich den Sieg. Meine Fresse ist die stark! Mit Christian Huth und Tino Friedrich habe ich dann zwei hinter mir, die mich letzte Woche noch geschlagen hatten und hinter Hannes Kreutzmann dann schon Juliette Gogoll. Wow! Kein Jens, kein Patrick Hage – er hat nicht den besten Tag gehabt und rutscht in der Rangliste nach hinten. Alles in allem kann ich zufrieden sein mit dem Rennen. Ich stehe in der Rangliste nun auf Platz 4! Ha ha, das liest sich gut – leider werde ich wohl noch ein paar Plätze abgeben müssen. Aber die Saison läuft den Umständen entsprechend mehr als gut und es macht Spaß. Mal sehen, ob ich in Arendsee starten kann, das ist kurz nach dem Termin fürs Baby. Falls er sich bitten lässt kann ich nicht kommen. Wenn er aber da ist und alle wohlauf sind, bin ich dabei. Also sehen wir mal!

Und: Die Anstrengung hat sich gelohnt! Wir holen den Tagessieg sogar recht deutlich vor den Trimagos. Platz zwei in der Tabelle mit gar nicht so schlechten Aussichten!